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Pilotprojekt zur Ausbildung von Flüchtlingen gestartet

Über 20 Flüchtlinge werden Übungsleiter im Breitensport und absolvieren Praktika in Unternehmen.

Die private 3+3 Initiative hat gemeinsam mit dem Landessportbund Berlin (LSB), der gemeinnützigen Gesellschaft für sozial-kulturelle Arbeit mbH (GskA) und Vertretern von Berliner Unternehmen eine deutschlandweit einzigartige Initiative zur Ausbildung von Flüchtlingen gestartet. 20 Frauen und Männer im Alter von 17-29 Jahren erhalten seit Montag in der Gerhard-Schlegel-Sportschule des LSB eine Trainer-Ausbildung mit C-Lizenz im Breitensport. Parallel dazu absolvieren sie in Berliner Unternehmen und Betrieben Praktika, um Berufserfahrung zu sammeln und sich für eine Aus- oder Weiterbildung zu empfehlen. Die Kosten betragen 780 Euro pro Teilnehmerin bzw. Teilnehmer und werden von den Unternehmen getragen, die sich an der Initiative beteiligen. Dazu gehören u. a. technische Unternehmen und Betriebe aus den Bereichen des Gesundheitswesens und des Handwerks.

Die Initiatoren erhoffen sich vielfältige Wege der Integration zu eröffnen. Zeljko Ristic von der GskA erklärt: „Das ist die größte Form der Integration. Wenn die jungen Leute in die Betriebe gehen, lernen sie die deutsche Sprache, die Werte und auch das tägliche Leben kennen.“ Von den Frauen und Männern leben einige bereits seit zwei Jahren in Deutschland, andere erst seit wenigen Monaten. Besonders das Deutschlernen ist wichtig für sie – ein Dolmetscher wird sie nur selten begleiten und „auf Arbeit müssen sie Deutsch reden“, sagt Ristic. Wenn die 20 Kandidaten, die u. a. aus Syrien, Irak und Ägypten stammen, in einem halben Jahr ihre Trainer- C-Lizenz erhalten, können sie wiederum Sportkurse für ihre Landsleute anbieten.

Mittlerweile hat sich das Projekt schon herum gesprochen – es gibt immer mehr Interessenten. Initiator Markus Deecke möchte das Konzept noch ausweiten: „Wir freuen uns, wenn sich noch mehr Unternehmen an unserer Initiative beteiligen wollen, denn dann können wir auch noch mehr Plätze bereitstellen. Und wenn alles gut läuft, wollen wir ähnliche Angebote auch in anderen Teilen Deutschlands aufstellen. Dazu kooperieren wir stark mit dem LSB und anderen Landessportbünden.“

Salye Khalil (17) aus dem Irak und Walid Allebdollah (22) aus Syrien freuen sich über die ihnen gebotene Chance. „Ich habe lange nach einer Ausbildungsmöglichkeit gesucht. Es ist toll, dass ich nun eine gefunden habe“, sagt die 17-jährige Salye.

 

Foto: Jürgen Engler

 

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