Startseite / Aktuelles / News / Goldener Stern für FV Blau-Weiß Spandau

Goldener Stern für FV Blau-Weiß Spandau

Berliner Fußballverein auf Platz 2 im bundesweiten Wettbewerb „Sterne des Sports" von DOSB und Volks- und Raiffeisenbanken

Der SV Eintracht von 1898 e.V. Hannover hat am heutigen Dienstag in Berlin den mit 10.000 Euro dotierten „Großen Stern des Sports" in Gold 2012 des DOSB und der Volksbanken Raiffeisenbanken erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verlieh die Auszeichnung gemeinsam mit DOSB-Präsident Thomas Bach und dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Uwe Fröhlich, in der DZ Bank am Brandenburger Tor. Der FV Blau-Weiß Spandau aus Berlin schaffte es auf den zweiten Platz und konnte ein Preisgeld von 7500 Euro mit nach Hause nehmen. Insgesamt wurden 18 Sportvereine aus ganz Deutschland für ihr gesellschaftliches Engagement geehrt. Die Vereine hatten sich als Landessieger für das Finale qualifiziert. Die Sterne des Sports wurden schon zum neunten Mal verliehen.

Das Berliner Projekt:

Die tolle Idee des Axel Vogel

Das Leben der Spieler aus der 1 B-Jugend des FV Blau-Weiß Spandau ist fast wie bei den Profis: klar strukturiert und reglementiert, aber auch erfolgreich. Dreimal in der Woche besuchen die Kicker bis 15 Uhr die Schule, kommen dann ins Vereinsheim an der Wilhelmstraße und erhalten dort von einem Elternpaar Mittagessen, mal Pizza, Hähnchenschnitzel oder Hackfleischbällchen. Anschließend stehen Hausaufgaben oder Nachhilfe-Unterricht auf dem Programm, unterstützt  von Studenten. Es folgen eine Stunde Erholung, danach von 18 bis 20 Uhr Training.
Die ganze Aktion heißt „Fußball und Mehr – Lernwerkstatt im Verein“. Initiator und Gestalter ist Axel Vogel (43), Polizeikommissar und zugleich Trainer aus Leidenschaft: „ Wir wollen sowohl Erfolge in der Schule als auch Integration fördern, denn in unserer Mannschaft spielen Bosnier, Serben, Mazedonier, Polen, Libanesen und Türken. Unter den 19 Heranwachsenden sind auch sechs Deutsche, die sich alle gut miteinander verstehen.“
Um das nicht ganz billige Projekt, das im Juni 2010 angeschoben und Ostern 2011 verwirklicht wurde, überhaupt auf die Beine zu stellen, war zunächst einmal emsiges Klinkenputzen angesagt. Für einen Teil der rund 8000-Euro-Finanzierung sorgte das Bündnis für Wirtschaft und Arbeit des Bezirks, für den anderen Teil sind zwölf kleinere Unternehmen zuständig, u. a. ein Frisör- und Lebensmittelgeschäft, eine Tischlerei, ein Gartenlandschaftsbau, eine Maler- und Gas-Wasser-Installationsfirma, ein Sportgeschäft. Sie alle helfen mit den ihnen möglichen Beträgen.
Doch Vogel, selbst einmal Fußballer bei verschiedenen Spandauer Klubs, gibt sich damit nicht zufrieden. Ihm ist es ein echtes Anliegen, dass er „seinen“ Jungen auch Möglichkeiten verschafft, mal ein Praktikum zu absolvieren beziehungsweise nach Beendigung der Schulzeit einen Ausbildungsplatz bei einem Unternehmen zu erhalten.
Dass die Spandauer 1 B-Mannschaft unter diesen Voraussetzungen bereit ist, sich auf dem Fußballplatz für ihren Trainer zu zerreißen, ist nur allzu verständlich. So kann das Ziel für diese Saison auch nur Aufstieg aus der Landesliga, Staffel II, heißen, wo momentan noch der dritte Platz eingenommen wird.

Text/Foto: Hans Ulrich

TOP
Hier gelangen Sie zum News-Archiv des Landessportbundes Berlin

Pressestelle

des Landessportbundes Berlin
030 30 002 - 116