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Vereinsprojekt des Monats

Bewegung im Alter - ein fester Bestandteil

16. April 2013

Beim Grünauer Seesportclub kommt auch der Seniorensport nicht zu kurz


Wenn vom Seesportclub Berlin-Grünau, abgekürzt SSCBG, die Rede ist, dann denkt der Unvoreingenommene zunächst einmal an typisch Seemännische Disziplinen wie Kutter segeln und Kutter rudern, an Knoten und Tauklettern, vielleicht auch noch an Surfen und Drachenbootfahren. Doch neben diesen Disziplinen widmet sich der Verein noch einem ganz speziellen Bereich, dem Gesundheits-/Seniorensport. An jedem Dienstag treffen sich rüstige und fit gebliebene Rentner und Rentnerinnen zu fröhlichem Tun in der Waldsporthalle an der Uferbahn, nahe der traditionellen Olympia-Regattastrecke.

"Bewegung im Alter und Wohlfühlen", so lautet das Motto jener Gruppe, die bereits seit 1997 existiert und im Laufe der Jahre nicht nur personell gewachsen, sondern zu einer verschworenen und sich prächtig verstehenden Gemeinschaft geworden ist, die zudem auch das gesellige Miteinander pflegt. So trifft man sich, wie Hans Dietrich erklärt, der von Anfang an dabei ist, beispielsweise sonnabends zu einer 10-Kilometer-Wanderung, feiert zusammen Geburtstage und veranstaltet im Sommer den einen oder anderen Grillabend.

Geleitet werden die anderthalbstündigen Kurse inzwischen von Monika Jabs, die zunächst eine ganz normale Teilnehmerin war, dann aber an der LSB-Sportschule am Priesterweg ihre Übungsleiter-Ausbildung mitmachte, schließlich die Prüfung bestand und seit Januar 2012 stolze Besitzerin der C-Lizenz für den Seniorensport ist - mit der Befugnis, eigenständig diese Gruppe der Frauen und Männer 60 plus leiten zu dürfen. Und nicht nur die, denn eine weitere ist bereits im Aufbau, nachdem der Verein gezielt Werbung in der regionalen Presse unternahm und Flyer verteilen ließ.

Weil die ehemalige Vertriebsangestellte im Einzelhandel wegen des häufiges Autofahrens quer durch Deutschland Probleme mit dem Rücken bekam, nahm sie zunächst am Rehabilitationssport in einer Physiotherapie teil, ehe sie sich dann vor drei Jahren der Seniorengruppe des SSCBG anschloss. Doch weil der vorgesehene Übungsleiter das eine oder andere Mal fehlte, sprang sie kurzerhand als Aushilfe ein, weil sie dank der Reha inzwischen so einige Erfahrungen gesammelt hatte. Und sie fand so großen Gefallen daran und wurde zudem auch von ihren Mitstreitern gedrängt, dass sie entschloss, den Übungsleiterschein zu erwerben, wobei sie auf rund 130 Ausbildungs-Einheiten kam.

Intensiv bereitet sie jetzt jede Übungsstunde vor, die nach dem Warmmachen immer unter einem besonderen Thema steht, wobei es sich nicht nur um Rückenschulung, Po-, Bauch- oder Beingymnastik handelt. Und zum Schluss wird immer mit Begeisterung und großer Hingabe Prellball gespielt. Übrigens muss man nicht unbedingt Mitglied in dem Verein sein, um an den Vormittagskursen teilnehmen zu können.

Die meisten Teilnehmer kommen aus der unmittelbaren Umgebung, so aus Grünau, Treptow, Friedrichshagen und Bohnsdorf, entweder zu Fuß oder meist auch mit dem Fahrrad. Als wir uns mit Monika Jabs zu ihrer Übungsstunde verabredeten, waren gerade einmal je zwei Männer und Frauen anwesend, wobei die geringe Anzahl sonst nie der Fall ist. Als Entschuldigung mochte gelten, dass es den ganzen Tag furchtbar geschneit und sich gefährliche Glätte gebildet hatte.

Der Verein unterstützt die Aktivitäten dadurch, dass er den beiden Seniorengruppen entsprechende Kleingeräte, Bälle, Hanteln, Seile und Gymnastikmatten zur Verfügung stellte, weil er von der Wichtigkeit und Notwendigkeit des Bewegungsangebots für ältere Menschen überzeugt ist. Neben dem Sport spielt aber auch, so Monika Jabs, die Kontaktpflege eine große Rolle, getreu der Devise: Länger fit durch Spaß.


Ein Verein für die ganze Familie

25. Februar 2013

Beim Tauchclub fez wird viel Wert auf die Mitarbeit der Eltern gelegt


Elegant, kraftvoll und mit sagenhafter Geschwindigkeit pflügen sie, einem Delphin gleich, mit ihrer Monoflosse durch das Wasser des Beckens an der Fritz-Lesch-Straße, die Mädchen und Jungen vom Tauchclub fez. Diese Art des Schwimmens, wobei der Kopf teilweise unter Wasser bleibt und die Atmung durch einen Schnorchel erfolgt, bedeutet die schnellste Art der Fortbewegung durch Muskelkraft im nassen Element.

Mit sichtlicher Genugtuung verfolgte Alice Wittmann, die Trainerin und zugleich 1. Vorsitzende, das Geschehen. Mit Genugtuung schon allein deshalb, weil ihr Verein in jüngster Zeit äußert erfolgreich war und bei den letzten Berliner Meisterschaften Mitte Januar insgesamt 51 Titel bei den Jugendlichen und Erwachsenen errang. "Der Leistungssport, wobei wir neben dem Flossenschwimmen großen Wert auf Orientierungstauchen legen, ist die eine, die wichtigste Seite der Medaille, doch wir verschließen uns auch nicht dem Freizeitbereich, der viele Facetten und Möglichkeiten beinhaltet."

Um auf diesem Gebiet verstärkt Akzente zu setzten, hat sich der TC fez entschlossen, ein besonderes Projekt zu initiieren, das unter dem Begriff "Verein für die ganze Familie" firmiert. Alice Wittmann, die in einem großen Sozialunternehmen tätig ist, erklärt dazu: "Bisher waren meist Kinder und Jugendliche zu uns gekommen, die entweder im Internet auf uns aufmerksam wurden oder von Freunden hörten, wie interessant es bei uns sei. Doch nun stellte sich die Frage, wie wir auch an die Eltern herankommen und sie motivieren konnten, nicht nur von unseren Angeboten zu profitieren, sondern sich auch für bestimmte Aufgaben zur Verfügung zu stellten, um so das Vereinsleben positiv zu beeinflussen."

Ehrenamtliche Arbeit gibt es schließlich genug, egal ob es sich bei der Betreuung von Wettkämpfen, den Transport zu einer Veranstaltung oder organisatorische Angelegenheiten handelt. Schließlich wurde auch angeregt, dem Nachwuchs mehr Kompetenz und Mitgestaltungsmöglichkeiten zu übertragen. Was auch inzwischen schon geschehen ist.

Um das Training aller Sportler abzusichern, beteiligen sich seit einigen Jahren ehemalige Aktive, die regelmäßig am Beckenrand stehen und nach Vorgaben des Trainers die Übungseinheiten leiten. In der Saison 2011/12, so ist auf der Webseite nachzulesen, wurde das Projekt "Juniors for Juniors" gestartet, um auch aus dem Jugendbereich engagierte Hilfskräfte zu gewinnen, die bereit sind, Zeit und Kraft ehrenamtlich für eine gute Sache zu investieren, die gemachten Erfahrungen und ihr erworbenes Können an Anfänger weiter zu geben.

Kino- und Museumsbesuche vorzubereiten, Kletterpartien und Ferienaufenthalte zu organisieren, auch Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, das alles fällt ebenfalls in ihr Aufgabengebiet. Und der eine oder andere hat sich sogar bereit erklärt, im erweiterten Vorstand mitzuwirken.

"Wir sind nur ein kleiner Verein mit derzeit 91 Mitgliedern, aber wir haben uns in den letzten Jahren stetig gesteigert, weil wir mit unseren ergriffenen Maßnahmen auf einem guten Weg sind", meinte Alice Wittmann und stieß auf vollste Zustimmung bei Volko Kucher, dem 2. Vorsitzenden und Geschäftsführer, der im April 1990 zu den Mitbegründern des TC fez gehörte und sich heute als Trainer einbringt, obwohl er beruflich stark eingespannt ist. Der 44-Jährige betreibt nämlich eine Sportartikel-Firma und einen Kurierdienst. "Wichtig sind viel Herzblut und eine gute Terminplanung.", so seine Aussage.

Auf die Frage, wie der Verein denn zu dem doch recht ungewöhnlichen Namen gekommen ist, verweist er auf den Ursprungsort, wo einst die Gründungsversammlung stattfand, nämlich im Freizeit- und Erholungszentrum, kurz FEZ genannt, in der Wuhlheide. Und zwar in der Schwimmhalle des ehemaligen Pionierpalastes in Köpenick. Dem Bezirk sind die "Fezer" treu geblieben und die meisten Mitglieder kommen aus dieser Gegend, allerdings auch aus Lichtenberg, Marzahn und Treptow.

Schon mehrfach trat der Verein als Ausrichter von Meisterschaften und anderen Wettkämpfen im Flossenschwimmen auf, aber auch im Orientierungstauchen, so zuletzt im vergangenen Jahr, wo im Störitzsee östlich von Berlin die Langstrecken-Wettbewerbe stattfanden..


Tennis-Club Johannisthal

1. Januar 2013

Tennis von 8 bis 80 - Familienfreundlichkeit ist Trumpf beim TC Johannisthal


"Vor zehn Jahren, als ich den Vorsitz beim Tennis-Club Johannisthal übernahm, hatten wir gerade einmal 48 Mitglieder", erinnert sich Prof. Dr. Steffen Rückl. Heute kann er mit Stolz verkünden, dass es schon mehr als hundert - und das in einer Sportart, die nicht mehr wie zu Zeiten eines Boris Becker boomt, sondern eher rückläufige denn steigende Zahlen vorzuweisen hat. Doch das Projekt "Spiel und Spaß von 8 bis 80" zeitigte seine Erfolge, weil in dem dicht besiedelten Gebiet rings um den ehemaligen Flughafen das Motto ausgegeben wurde, wohnort-nah Sport zu treiben.

Allerdings mussten dafür im Laufe der Zeit einige Voraussetzungen geschaffen werden. Vor drei Jahren wurden drei, vom Bezirksamt zur Verfügung gestellte Plätze komplett erneuert, mit einer Beregungsanlage ausgestattet und teilweise sogar mit Flutlicht versehen, damit noch in den späten Abendstunden gespielt werden kann. "Dafür haben wir eisern gespart und unsere Mitglieder durch Umlagen zur Kasse gebeten", sagte Rückl, der mit seinem Stellvertreter Michael Köhler bereits die nächsten Pläne aus der Schublade holte.

Weil zwar auf dem Gelände ein kleines Holzhaus steht, das aber nicht über die entsprechenden sanitären Anlagen verfügt, soll hier demnächst durch einen Zusatzanbau dringend eine notwendige Abhilfe geschaffen werden. Dann brauchen die Mitglieder nicht mehr den hundert Meter langen Weg bis zu den Toiletten zurückzulegen. Ferner ist geplant, zu den inzwischen vier existierenden Sandplätzen noch einen fünften, vielleicht sogar sechsten mit einem Allwetterbelag zu errichten, denn allmählich wird es mit den Kapazitäten eng.

Längst hat sich nämlich herumgesprochen, dass bei dem 1990 gegründeten Verein, der aus den beiden Betriebssportgemeinschaften Stahl Schöneweide und Berliner Metallhütten- und Halbzeugwerke hervorging, ein äußerst familienfreundliches Klima herrscht, wo sogar Großeltern mit ihren Enkeln das Racket schwingen. Eigentlich stimmt das Motto "bis 80" nur bedingt, denn Herbert Hensel als ältestes Klubmitglied ist bereits 85 Jahre alt.

"Aber wir wollen kein Senioren-Klub sein, sondern auch jüngeren Menschen Anreize geben, um zu uns zu kommen", so der Rückl, der momentan dabei ist, eine Kooperation mit dem Montgolfier-Gymnasium auszuloten, aber auch mit der Hans Grade-Oberschule, in dessen Turnhalle an fünf Tagen während des Winter gespielt werden kann, übrigens unter der Anleitung von Rüdiger Niendorf (71), der schon seit 1963 dem Vorläufer-Verein angehört.

Natürlich nehmen auch zwei Herren-Teams (Ü 30 und Ü 50) am Wettkampfgeschehen in Berlin-Brandenburg teil. Demnächst kommt auch noch eine Damenmannschaft hinzu, doch in erster Linie geht es den Johannisthalern um den freundschaftlichen Umgang - mit einer speziellen Mittwochsrunde, aber auch einem Schleifchen-Turnier beziehungsweise einem gemeinsamen Wochenend-Ausflug, also mit Mann und Maus, zu einem Sportzentrum nach Neuruppin.

Bestes Beispiel dafür, dass man sich auch um "Spätberufene" kümmert und sie noch zum Tennis animiert, ist Werner Krause, der mit 66 Jahren seine Maurerkelle aus der Hand und dafür eine andere "Kelle", sprich das Racket, in die Hand nahm. Im kommenden Frühjahr will der TC Johannisthal anlässlich des für Ende April vorgesehenen "Tag der offenen Tür" (Deutschland spielt Tennis) demonstrieren, das Alt und jung in dem Verein gut aufgehoben sind, zumal die Jahresbeiträge auch finanziell schwächer gestellten Menschen eine Mitgliedschaft ermöglichen. Das beinhaltet ebenfalls das Konzept von acht bis achtzig in einem ständig wachsenden Wohngebiet.



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