Allianz zum Schutz des Müggelsees

Der organisierte Sport und das Land Berlin unterzeichnen freiwillige Vereinbarung zur nichtmotorisierten Sport- und Freizeitnutzung

Der Landessportbund Berlin e. V. (LSB Berlin) hat heute gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) und dem Bezirksamt Treptow-Köpenick die „Allianz zum Schutz des Großen Müggelsees“ unterzeichnet.

Durch die Vereinbarung werden Sportausübung, Umwelt- und Naturschutz noch stärker vereint und transparent gestaltet. An die ganzjährige Nutzung des Naturschutzgebietes für Wassersportler und Erholungssuchende, sind klare Regelungen der natur- und landschaftsverträglichen Nutzung gebunden. Zudem wurde ein stärkerer kommunikativer Austausch zwischen Behörden und organisiertem Sport über den ökologischen Zustand des Müggelsees verabredet. Das Zulassungsverfahren für Regatten und Wettkämpfe wird vereinfacht.

Die betroffenen Vereine am Müggelsee verpflichten sich, die „6 goldenen Regeln“ des Großen Müggelsees zu kommunizieren, zu praktizieren und an nicht organisierte Wassersportler weiterzugeben. Diese besagen im Einzelnen:

Die „6 goldenen Regeln“: Respekt vor der Natur des Großen Müggelsees

1.) Naturschutzgebiete und sensible Lebensräume des Großen Müggelsees meiden und achten

Ich befahre die in der Karte gekennzeichneten Naturschutzgebiete nicht und halte angemessenen Abstand zu ihnen.

2.) Ausreichenden Mindestabstand halten

Ich halte großzügigen Mindestabstand zu brütenden und rastenden Vögeln im Uferbereich und auf dem Wasser.

3.) Starten und Anlanden

Ich fahre nicht in Röhricht- und Schwimmblattzonen. Beim Anlanden nutze ich die dafür ausgewiesenen Plätze und Stege. Ich lasse den Anker nicht durch diese oder ähnliche Biotope schlagen.

4.) Beobachtung

Ich respektiere den Abstand zu wildlebenden Tieren und verhalte mich ruhig, wenn ich diese aus der Nähe beobachten oder fotografieren möchte.

5.) Sauberes Wasser und saubere Uferbereiche

Ich vermeide Müll und trage aktiv dazu bei, das Wasser und die Uferbereiche sauber zu halten und so auch für andere als freie Natur erlebbar zu machen. Ich entsorge meine Abfälle und Chemikalien an ausgewiesenen Sammelstellen.

6.) Botschafter

Ich bin Botschafter für diese Regeln und setze sie aktiv um.

Das Naturschutzgebiet Müggelsee/Fredersdorfer Mühlenfließ wird ausdrücklich gemieden, wodurch Röhricht am Ufer, Schilfgürtel und Seerosenbestände, die für die Gewässerreinigung eine große Rolle spielen, unberührt bleiben. Vögel, Fische, Kleintiere und andere Pflanzen werden geschützt.

Thomas Härtel, Vizepräsident Infrastruktur des Landessportbunds Berlin: „Heute ist ein guter Tag für den Sport und den Umwelt- und Naturschutz zugleich. Saubere Gewässer sind auch im Sinne der Wassersportler. Für sie ist der Umwelt- und Naturschutz ein hohes Gut. Wir freuen uns, dass unsere Wassersportler am Großen Müggelsee auch weiterhin ihren Sport ausüben können.“

Der Großteil des Müggelsees im Südosten von Berlin ist als Landschaftsschutzgebiet, weitere Teilflächen sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Mit über 7,4 km2 Wasserfläche ist er nicht nur größte der Berliner See, sondern Wassersportrevier, Freizeit- und Erholungsgebiet und Trinkwasserreservoir zugleich. Durch die freiwillige Vereinbarung leistet der organisierte Sport einen bedeutenden Beitrag im Sinne des Umwelt- und Naturschutzes.

Die Müggelsee-Vereinbarung steht hier zum Download bereit.

Foto: 

Die Unterzeichner: (v.l. )Winfried Wolf, Präsident des Berliner Segler-Verbandes, Dr. Wolfgang Grothaus, Präsident des Landes-Kanu-Verbandes, Thomas Härtel, Vizepräsident des Landesssportbundes Berlin, Stefan Tidow, Staatssekretär in der Senatsumweltverwaltung, Gabriela Brahm, Vorstandsmitglied des Landesruderverbandes, Bernd Geschanowski, Bezirksstadtrat in Treptow-Köpenick, Michael Hehlke, Geschäftsführer des Landesruderverbandes.

Fotograf: LSB/Engler

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