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Erklärung der LSB-Konferenz zur Neustrukturierung des Leistungssports

Landessportbünde begrüßten Initiative von DOSB-Präsident und Bundesinnenminister, Förderung und Steuerung des Leistungssports zu reformieren

Die Konferenz der 16 Landessportbünde hat sich auf ihrer Tagung am 11./12. März 2016 in St. Leon-Rot mit dem derzeitigen Reformprozess zur Neustrukturierung des Leistungssports in Deutschland befasst und die folgende Erklärung verabschiedet.

 

1) „Die LSB begrüßen ausdrücklich, dass auf gemeinsame Initiative von DOSB-Präsident Alfons Hörmann und Bundesinnenminister Thomas de Maiziere die Förderung und Steu-erung des Leistungssports in Deutschland reformiert werden sollen, um deren Wirksam-keit zu erhöhen und so dazu beizutragen, dass Sportdeutschland seinen Platz unter den führenden Nationen an der Weltspitze halten und festigen kann.

 

2) Die LSB erinnern daran, dass nicht nur der Bund, sondern auch die Länder erhebliche Mittel zur Förderung des Leistungssports bereitstellen. Darum kann die Reform letztlich nur dann erfolgreich sein, wenn die Beiträge der Länder darin aktiv einbezogen werden. Ohne sie könnte der Spitzensport in Deutschland nicht funktionieren. Die LSB unterstüt-zen nachdrücklich den Beschluss der Sportministerkonferenz der Länder vom November 2015, der in diesem Sinn klare Eckpunkte für die Reform formuliert. Sie begrüßen, dass neben dem DOSB, dem Bund und ausgewiesenen Experten mittlerweile auch die Länder und die LSB zur Mitarbeit an der Reform eingeladen sind, und halten es für unerlässlich, dass sie ebenso an der politischen Steuerung des Reformprozesses im übergeordneten Beratungsgremium beteiligt werden.

 

3) Die LSB sehen als Hauptproblem der derzeitigen Struktur, dass die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten der unterschiedlichen Akteure auf Seiten des Sports, der Wissen-schaft, der öffentlichen Verwaltung und der Politik nicht klar genug definiert und abge-grenzt sind. Deren ungeordnetes Nebeneinander führt faktisch zu erheblichen Reibungs-verlusten und zu mangelnder Stringenz der Förderung und Steuerung des Leistungs-sports. Vor allem diese Schwäche des derzeitigen Systems gilt es zu beseitigen.

 

4) Die LSB sind überzeugt, dass mehr Erfolge deutscher Athleten/innen im internationalen Wettbewerb nur dann zu erreichen sind, wenn künftig Entscheidungen zur Förderung und im Management des Leistungssports schnell und mit eindeutig zugeordneter Verantwor-tung getroffen werden können. Eine Aufgabenteilung, bei der die Politik die Entscheidun-gen träfe und DOSB und Fachverbände die Verantwortung für die Ergebnisse überneh-men sollten, lehnen sie ab.

 

5) Die LSB halten es für vordringlich, die sportfachliche Kompetenz des DOSB konsequen-ter als bisher für die Förderung und Steuerung des Leistungssports in Deutschland zu nutzen und ihn damit deutlicher in die Verantwortung für die entsprechenden Entschei-dungen zu nehmen. Sie sind ausdrücklich bereit, zur Stärkung der Rolle des DOSB auch eigene Zuständigkeiten zurückzunehmen. Eine bloße unverbindliche Gutachterrolle des DOSB im Zusammenhang mit Förderentscheidungen des BMI würde dem nach über-einstimmender Auffassung der LSB, die auch von Experten gestützt wird, nicht gerecht.

 

6) Die LSB appellieren daher an die Träger des Reformprozesses, in dem neu zu erarbei-tenden Förderungsmodell den sportfachlichen Einfluss des DOSB auf die Steuerung des Leistungssports und die Verwendung der Fördermittel des Bundes deutlich zu stärken. Es muss darum gehen, eine sportfachlich begründete Steuerung des Leistungssports aus einer Hand zu ermöglichen und so effizientere Leistungssportstrukturen zu schaffen. Zu dem Weg einer vertrauensvollen Zusammenarbeit von Sport und Staat, in die jeder seine besondere Kompetenz zur Erreichung des Ziels eines erfolgreicheren Leistungssports in Deutschland einbringt, gibt es keine Alternative.“

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