Übungsleiter-Freibetrag von 2.400 EUR

Einkommenssteuergesetz § 3 Nr. 26

Steuerfrei sind: Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbare nebenberufliche Tätigkeiten, für nebenberufliche künstlerische Tätigkeiten oder für die nebenberufliche Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen im Dienst oder Auftrag einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts oder einer unter § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftssteuergesetzes fallenden Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (§§ 52 bis 54 der Abgabenordnung) bis zur Höhe von insgesamt 2.400,-- EUR im Jahr.

Die Steuerbefreiung gilt ab 2011 auch für ehrenamtliche Vormünder, rechtliche Betreuer und Pflegschaften. 

Erläuterungen für den Sportbereich:

  • Der Übungsleiter muss nebenberuflich tätig sein (Hausfrauen, Rentner, Arbeitslose zählen dazu)
  • Der Verein muss gemeinnützig sein
  • Bis zum Betrag von 2.400,-- EUR Einnahmen pro Jahr fallen keine Steuern, keine Sozialversicherungs- und Rentenbeiträge und keine Abgaben an die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) an (Siehe: "Versicherungsschutz für Übungsleiter / Trainer")
  • Nach einem aus dem Jahr 2011 vorliegenden Urteil können Verluste steuermindernd verrechnet werden, wenn die Einnahmen aus nebenberuflicher Tätigkeit entsprechend § 3 Nr. 26 EStG unter 2.400 EUR pro Jahr liegen und die Werbungskosten/Betriebsausgaben höher sind. (FG Rheinland-Pfalz, Urteil v. 25.5.2011, 2 K 1996/10)
  • Übungsleiter, die keine andere hauptberufliche, steuerpflichtige Beschäftigung haben (z.B. Schüler und Studenten), können entsprechend der gültigen Lohnsteuerklasse I jährliche steuerfreie Einnahmen erzielen. Es können aber Sozial- und Rentenversicherungsbeiträge anfallen, die allerdings evtl. neben der Werbekostenpauschale abgezogen werden können.
  • Mit dem "Gesetz zur Ermittlung von Regelbedarfen" und zur Änderung des 2. und 12. Buches Sozialgesetzbuch (SGB) wurde auf die volle Anrechnung der Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale nach § 3 Nr. 26 und 26a EStG beim Arbeitslosengeld II verzichtet. Somit bleibt die Übungsleiterentschädigung in der Höhe von 2.400 EUR = 200 EUR pro Monat immer anrechnungsfrei und gehört nach ausdrücklicher Bestimmung des Sozialgesetzbuches (§ 14 Abs. 1 Satz 3 SGB IV) auch in der Sozialversicherung nicht zum Arbeitsentgelt. (Siehe: "Arbeitslosigkeit und Übungsleiter")

Praxisbeispiele

Beispiel 1:
Der Übungsleiter erhält lediglich den Übungsleiterfreibetrag von max. 2.400 Euro in monatlichen Raten von 200 Euro.
Es fallen keine Steuern, keine Sozialversicherungs- und Rentenbeiträge und keine Abgaben an die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) an.
Der Freibetrag kann aber auch als Einmalzahlung (für ein ganzes Jahr) geleistet werden.

Beispiel 2:
Der Übungsleiter kann z.B. nur 6 Monate saisonbedingt eingesetzt werden (Tennissaison, Skisaison usw.). Er bekommt den Übungsleiterfreibetrag von 2.400 Euro – aufgeteilt auf 6 Monate – jeweils 400 Euro pro Monat.
Hier fallen ebenfalls keine Steuern, keine Sozialversicherungs- und Rentenbeiträge und keine Abgaben an die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) an, da der Freibetrag insgesamt nicht überschritten wird.

Beispiel 3:
Ein Übungsleiter erhält ein monatliches Entgelt von 550 Euro (= 6.600 Euro pro Jahr). Von diesem Entgelt kann monatlich der Freibetrag von 200 Euro abgezogen werden.
Das regelmäßige Arbeitsentgelt beträgt nach Abzug des Freibetrags 350 Euro (550 Euro - 200 Euro). Das Entgelt bewegt sich noch im Rahmen der 450-Euro-Entgeltgrenze für Minijobs.
Die Beschäftigung ist vom Arbeitgeber (Verein) zur Minijob-Zentrale anzumelden. Pauschalabgaben sind demnach von einem Arbeitsentgelt in Höhe von 350 Euro monatlich zu zahlen.

Beispiel 4:
Ein Übungsleiter erhält in den Monaten Mai – September (Saison) ein Entgelt von jeweils 500 Euro monatlich.

MonatArbeitsentgeltRestl. FreibetragMini-Job
Mai        500 Euro         1.900 Euro 
Juni        500 Euro         1.400 Euro 
Juli        500 Euro            900 Euro 
August        500 Euro            400 Euro 
September        500 Euro           -100 Euro    100 Euro

Bis einschließlich dem Monat August braucht er sozusagen den Freibetrag auf, so dass diese Monate nicht mit Arbeitsentgelt belegt sind.

Erst im September überschreitet das Entgelt den Freibetrag und es entsteht ein Mini-Job. Die Beschäftigung ist vom Arbeitgeber (Verein) zur Minijob-Zentrale anzumelden. Pauschalabgaben sind von einem Arbeitsentgelt in Höhe von 100 Euro (in diesem Falle einmalig) zu zahlen.

Achtung! Es wird davon abgeraten, bei Überschreiten des jährlichen Freibetrages, Einmalzahlungen zu leisten. Die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung empfehlen in solchen Fällen immer eine monatliche Vergütung.

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