Ein-Euro-Jobs für Vereine

Die Ein-Euro-(Zusatz)Jobs für Arbeitslose gibt es bereits seit Jahren. Doch noch immer wissen viele Verantwortliche in Vereinen nicht, wie nützlich diese Maßnahme für die Vereinsarbeit sein kann.

Während der Beschäftigung erhält der Ein-Euro-Jobber zusätzlich zum Arbeitslosengeld II eine sogenannte Aufwandsentschädigung. Das ist eine kostengünstige Möglichkeit, den Verein durch personelle Ressourcen zu unterstützen.

Tipp: Arbeitslose, die sich freiwillig für "Ein-Euro-Jobs" melden, sind in der Regel motiviert und engagiert.

Der Fachbegriff für Ein-Euro-Jobs lautet "Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandentschädigungen". Diese Beschäftigungsverhältnisse wurden im Rahmen von Hartz IV geschaffen. Bei den "Ein-Euro-Jobs" werden rund ein bis zwei Euro pro Stunde bezahlt. Diese Kosten übernimmt der Verein. Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung werden von der Bundesagentur für Arbeit gezahlt. Die maximale Arbeitszeit beträgt 30 Stunden pro Woche. In der Regel dauert eine derartige Beschäftigung sechs bis neun Monate.

Voraussetzung für die Beschäftigung eines Ein-Euro-Jobbers ist, dass es sich beim Arbeitgeber um einen geeigneten Träger handelt. Darüber hinaus muss die durchzuführende Arbeit folgende Kriterien erfüllen:
• Es besteht ein öffentliches Interesse
• Die Arbeit ist wettbewerbsneutral
• Die Tätigkeit ist arbeitsmarktpolitisch zweckmäßig

Das eigentliche Ziel der Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigungen besteht darin, den Arbeitslosen langfristig in ein Beschäftigungsverhältnis zu bringen. Auch wenn bei vielen Vereinen eine Festanstellung aus finanziellen Gründen häufig ausgeschlossen ist, bieten Vereine den Erwerbslosen dennoch deutliche Vorteile: Die Beschäftigten fühlen sich nicht nutzlos und isoliert und können im Vereinsleben ggf. soziale Kontakte knüpfen. Auch wenn Kritiker die Ein-Euro-Jobs als unwürdigen Pflichtdienst abtun und das Ausnutzen einer Notlage unterstellen, können derartige Beschäftigungsverhältnisse eine gute Perspektive für die i. d. R. Langzeitarbeitslosen bieten. Der Verein selber wird durch engagierte Helfer belohnt.

Checkliste: Umgang mit Ein-Euro-Jobs

Antrag: Wer einen Ein-Euro-Jobber als Verein beschäftigen will, muss zunächst einen Antrag stellen. Vordrucke finden Sie im Internet unter www.bundesagentur.de

Unfallversicherung: Der Träger, das heißt, der Verein, muss für die Unfallversicherung sorgen.

Aufwandsentschädigung: Der Verein muss gewährleisten, dass der Beschäftigte eine Aufwandsent­schädigung (rund ein bis zwei Euro) erhält.

Berufspraktischer Einsatzplan: Der Verein schließt mit dem Ein-Euro-Jobber keinen Arbeitsvertrag. Ein sogenannter berufspraktischer Einsatzplan regelt Organisatorisches, wie Beschäftigungszeit, Einsatzorte, Arbeitsinhalte etc.

Auswahl: Beschäftigt werden können ausschließlich Personen, die dem Verein von der Agentur für Arbeit zugewiesen werden. D. h., Sie dürfen nicht in Eigeninitiative arbeitslose Mitglieder beschäftigen.

Regionale Unterschiede: Regional gelten unterschiedliche Bewilligungskriterien.

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