Zulassung von Gästen

Mitgliederversammlungen sind nicht öffentlich. Das ergibt sich schon aus der Bezeichnung der Versammlung (für Mitglieder). Außenstehende haben demzufolge kein Recht auf Teilnahme.

Gästen kann dennoch die Anwesenheit gestattet werden. Die Entscheidung trifft der Versammlungsleiter. Diese kann aber durch Beschluss der Mitgliederversammlung aufgehoben werden.

Gäste in der Mitgliederversammlung

Eine häufig gestellte Frage betrifft die Teilnahme von Gästen an der Mitgliederversammlung. Neben den teilnahmeberechtigten Vereinsmitgliedern kann der Versammlungsleiter auch Gästen des Vereins den Zutritt zur Mitgliederversammlung gestatten. Allerdings kann auch bereits in der Einladung darauf hingewiesen werden, ob Gäste zugelassen sind oder nicht.

Die Vereinsgäste (wie z.B. potentielle Mitglieder, Pressevertreter, Mitglieder befreundeter Vereine, Verbandsvertreter, Sachverständige, allgemein interessierte Bürger) besitzen aber kein Antrags- oder Stimmrecht. Stellungnahmen oder Ausführungen der Gäste zu einzelnen Tagesordnungspunkten bedürfen der besonderen Zulassung. Diese kann z.B. in einer Einladung, über ein bestimmtes Thema zu referieren oder spezielle Informationen zu geben, gesehen werden. Ist eine kurzfristige Zulassung erforderlich, entscheidet hierüber der Versammlungsleiter. Die Entscheidung kann jedoch durch Beschluss der Mitgliederversammlung aufgehoben werden. Die Mitgliederversammlung kann nämlich bestimmen, welche Gäste sie zulassen will und welcher der Gäste seine Ansichten äußern darf. Es hat sich daher als günstig erwiesen, wenn in der Satzung oder Geschäftsordnung des Vereins Regeln für die Zulassung von Gästen enthalten sind. An bestehende gesetzliche Bestimmungen, die beispielsweise der Polizei oder einem Beamten der Oberfinanzdirektion ein besonderes Anwesenheitsrecht einräumen, ist die Mitgliederversammlung allerdings immer gebunden.

Natürlich kann die Mitgliederversammlung festlegen, dass Gäste nur zu bestimmten Punkten bzw. Themen anwesend sein dürfen und nach deren Abhandlung die Versammlung wieder verlassen müssen.

Gäste als Sachverständige oder Rechtsbeistand

Wünscht ein Mitglied die Hinzuziehung eines Sachverständigen oder eines Beraters zu der Mitgliederversammlung, kann er einen entsprechenden Antrag an den Versammlungsleiter richten. Wird der Antrag von dem Versammlungsleiter für berechtigt erachtet, führt er eine Entscheidung der Mitgliederversammlung herbei.

Soweit ein Mitglied allerdings einen Beistand zur persönlichen Beratung/Unterstützung wünscht, braucht und soll der Versammlungsleiter den Beistand nicht zur Mitgliederversammlung zulassen (Siehe: "Der Ausschluss aus dem Verein"). Jedes Mitglied erhält mit der Ladung normalerweise alle Unterlagen zur Verfügung gestellt, die für eine ordnungsgemäße Vorbereitung auf die Mitgliederversammlung erforderlich sind. Das Mitglied kann sich daher bereits vor der Versammlung sachkundigen Rat einholen. Im Einzelfall ist es jedoch geboten, einem Mitglied, das seine Interessen z.B. aufgrund einer Behinderung nur schwer selbst wahrnehmen kann, einen Beistand zuzubilligen. Verhindert die Mitgliederversammlung die Hinzuziehung eines Beistands und damit, dass ein Mitglied seine berechtigten Interessen wahrnehmen kann, führt dies ggf. zur Fehlerhaftigkeit der in der Mitgliederversammlung gefassten Beschlüsse.

Gäste und das Hausrecht des Vereins

Zuweilen haben sich in Vereinen die Fronten zwischen den Mitgliedern und dem Vorstand verhärtet, was dazu führen kann, dass einzelne Mitglieder von sich aus Gäste als Berater mitbringen. Auch wenn dem Vorstand möglicherweise eine schlechte Arbeit vorzuwerfen ist, er uneinsichtig ist oder falsche Entscheidungen trifft, berechtigt das nicht automatisch zur Teilnahme von Gästen als sog. "Schützenhilfe" für einzelne Mitglieder. Hier gilt das bereits Gesagte, die Entscheidung liegt beim Versammlungsleiter und kann nur, wenn es sich um Berater/Sachverständige handelt, von der Mitgliederversammlung durch mehrheitlichen Beschluss aufgehoben werden. Halten sich die Gäste nicht an einen Saalverweis, kann der Vorstand von seinem Hausrecht Gebrauch machen und diese schlimmstenfalls durch die Polizei entfernen lassen.Mitgliederversammlung

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