Vereinsgründung (Langfassung)

Sie beabsichtigen, einen Verein zu gründen ... ?!

Der Landessportbund Berlin e.V. möchte Ihnen mit den folgenden Ausführungen sowie der Auflistung von erforderlichen Schritten helfen, die Vereinsgründung zügig und ohne Probleme zu bewältigen.

Für einen Sportverein sind im Land Berlin folgende Schritte erforderlich:

1. Gründungsversammlung (7 Gründungsmitglieder, Satzung, Vorstand)
2. Notarielle Beglaubigung des Vorstandes (Vorstand nach § 26 BGB)
3. Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht
4. Antrag auf Freistellung von der Körperschaftssteuer beim Finanzamt für Körperschaften (Gemeinnützigkeit)
5. Antrag auf Mitgliedschaft in einem Berliner Fachverband
6. Einrichtung eines Bankkontos (für kleine Vereine optional)
7. Antrag auf Förderungswürdigkeit bei der Senatsverwaltug von Berlin (Inneres und Sport)
8. Registrierung beim Landessportbund Berlin
9. Antrag auf Mitgliedschaft in einem Bezirkssportbund (optional)
10. Antrag auf Betreuung beim Bezirksamt (Sportstättenvergabe)

Ausführliche Erläuterungen

Verein im Sinne des "Gesetzes zur Regelung des öffentlichen Vereinsrechts" ist ohne Rücksicht auf die Rechtsform jede Vereinigung, zu der sich eine Mehrheit natürlicher oder juristischer Personen für längere Zeit zu einem gemeinsamen Zweck freiwillig zusammengeschlossen und einer organisierten Willensbildung unterworfen hat.

Die "Vereinsmeierei", wie man so schön sagt, ist besonders in Deutschland ausgeprägt, obwohl es auch in anderen Ländern ähnlich strukturierte Vereinigungen gibt. Der Wunsch, Sport zu treiben und diesen zu fördern, ist der häufigste Grund, einen Verein zu gründen. Der Sport ist daher die größte Personenvereinigung Deutschlands (ca. 27 Mio. Bürger in über 90.000 Sportvereinen, die unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) organisiert sind).

Wie gründet man nun aber einen Verein?

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) sagt dazu:

Man braucht:
- 7 Gründungsmitglieder
- einen Vereinsnamen
- eine Satzung
- einen Vorstand

Bedenken Sie bitte bei der Erstellung Ihrer Satzung, dass diese das Grundgesetz eines Vereins ist und sich an Vorgaben der §§ 21-79 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) halten muss. Durch die Bestätigung des Amtsgerichts erhält sie Rechtskraft und der Verein mit der Eintragung in das Vereinsregister beim zuständigen Amtsgericht seine Rechtsfähigkeit. In der Satzung sollten nur die notwendigsten und das Vereinsleben regulierenden Festlegungen enthalten sein.
Das Grundprinzip bei der Satzungsgestaltung sollte daher lauten:

So wenig wie möglich und so viel wie nötig!

Trotz dieser Aussage sollten Sie bei der Erstellung Ihrer Satzung dennoch beachten, dass der Bundesgerichtshof (BGH) festgelegt hat, dass alle das Vereinsleben bestimmenden Grundentscheidungen in die Satzung aufzunehmen sind und nicht in Vereinsordnungen neben der Satzung geregelt werden sollen (Wesentlichkeitsgrundsatz). (Siehe auch: "Unterschied Satzung / Ordnungen")
Diese Festlegung des Gerichts dient dem Schutz der Mitglieder, von denen man erwarten kann, dass sie zwar die Satzung kennen, nicht jedoch alle sonstigen Vereinsordnungen. Sie fahren daher gut mit dem Grundsatz: Alles was die Vereinsmitglieder in irgendeiner Weise zwingend verpflichtet / verpflichten soll, gehört in die Satzung. Ausführungsbestimmungen können Sie jedoch neben der Satzung in Vereinsordnungen oder Geschäftsordnungen regeln.

Folgende Festlegungen muss lt. BGB jede Satzung enthalten:

  1. den Vereinsnamen
  2. den Vereinssitz
  3. den Vereinszweck (auch sehr wichtig für das Finanzamt)
  4. eine Bestimmung darüber, dass der Verein in das Vereinsregister eingetragen werden soll
  5. das Verfahren zum Ein- und Austritt von Mitgliedern
  6. Bestimmungen darüber, ob und welche Arten von Beiträgen von Mitgliedern zu leisten sind (aber keine konkreten Beträge angeben!)
  7. Angaben über die Bildung des Vorstandes gemäß § 26 BGB
  8. Angaben über die Voraussetzungen, unter denen die Mitgliederversammlung einzuberufen ist
  9. Angaben über die Form der Einberufung einer Mitgliederversammlung
  10. eine Bestimmung darüber, wer die Beschlüsse der Mitgliederversammlung unterzeichnen muss
  11. eine Festlegung über die Auflösung des Vereins und den Vermögensanfall (fordert das Finanzamt)

TIPP: Sie können Ihre Vereinsatzung später problemlos ändern, müssen jedoch die vom Gesetz und Ihrer eigenen Satzung vorgegebenen Bestimmungen beachten

Auf die Paragraphen über den Zweck des Vereins und seine Auflösung (§§ 2 und 15 der Mustersatzung) wirft das Finanzamt wegen der Anerkennung der Gemeinnützigkeit ein besonders scharfes Auge. Also, schreiben Sie diese einfach ab und ergänzen Sie lediglich in § 2, welche Sportarten Ihr Verein betreibt und wie er das konkret umsetzen will (sog. tatsächliche Geschäftsführung).

Dabei sollten Sie allerdings beachten, dass nicht jede sportliche Betätigung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als Sportart anerkannt wird und somit nicht gemeinnützig ist. (Siehe: "Was ist "Sport")

Satzungsbeispiel

§ 2 Zweck, Aufgaben und Grundsätze der Tätigkeit
1. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts "steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung, und zwar durch Ausübung des Sports. Der Zweck wird verwirklicht insbesondere durch die Förderung und Ausübung der Sportarten Volleyball und Fußball, schwerpunktmäßig in den Bereichen des Kinder- und Jugend- sowie des Breiten- und Wettkampfsports. Die Mitglieder des Vereins sind berechtigt, am regelmäßigen Training und an Wettkämpfen teilzunehmen.
2. usw.

TIPP: Achten Sie bitte bei der Erstellung der Satzung auch darauf, dass innerhalb der Satzung Zeiträume und Termine durchgehend schlüssig sind und Bezüge bzw. Verweise zu anderen Paragraphen stimmen, besonders, wenn Paragraphen oder Absätze in die Mustersatzung eingefügt oder auch weggelassen wurden.

1. Die Gründungsversammlung

Nachdem Sie die Trommel gerührt haben (eine förmliche Einladung ist zur Gründungsversammlung noch nicht erforderlich) und alle da sind - wenigstens aber sieben -, können Sie zur Tat schreiten.

Vergessen Sie nicht, einen Protokollführer zu bestimmen. Das Amtsgericht benötigt nämlich ein aussagefähiges und korrektes Gründungsprotokoll mit einer Anwesenheitsliste der Gründungsmitglieder als Anlage.

Als erstes geht es darum, zu erläutern, was man eigentlich vorhat - nämlich einen Verein zu gründen -, um dann anschließend die vorbereitete Satzung zu diskutieren. Lesen Sie jeden Satzungsparagraphen wörtlich vor und fragen Sie anschließend, ob es Ergänzungen oder Änderungsvorschläge gibt.
Wenn Sie das geschafft haben, stimmen Sie über die Satzung als Ganzes, inklusive der Änderungen, ab. Wenn das vollbracht ist, müssen wenigstens die besagten sieben (7) Gründungsmitglieder auf der Originalsatzung unterschreiben.

TIPP: Üblicherweise wird die Satzung nach der Gründungsversammlung wegen der vorgenommenen Änderungen noch einmal ordentlich ausgedruckt. Die Unterschriften können daher natürlich auch später geleistet werden.

Als nächstes wird der Vorstand gewählt.
Das BGB sagt in § 26: "Der Verein muss einen Vorstand haben. ... Besteht der Vorstand aus mehreren Personen, so wird der Verein durch die Mehrheit der Vorstandsmitglieder vertreten." Das heißt im Umkehrschluss, dass der Vorstand zur Not auch nur aus einer Person bestehen kann.

Für einen kleinen Verein hat sich aber eingebürgert, dass folgende Vorstandsfunktionen vorgesehen werden:
- Vorsitzender
- Stellvertreter (1 oder 2)
- Kassenwart bzw. Schatzmeister

Weitere Funktionen können beispielsweise sein:

- ein Sportwart
- ein Jugendwart
- ein Sportstättenbeauftragter
- die Abteilungsvorsitzenden
- usw.

Oft werden diese dann als erweiterter Vorstand bezeichnet.

Man kann den Vorstand auch als Präsidium bezeichnen und demzufolge den 1. Vorsitzenden als Präsidenten usw.

Nach der Wahl kann der gewählte Vorsitzende die Versammlungsleitung übernehmen und in der Tagesordnung fortfahren.

Als nächstes sollte beschlossen werden ob der Verein sich ins Vereinsregister eintragen lässt.
Besser wäre es schon! Ein eingetragener Verein (e.V.) haftet nämlich in den meisten Fällen nur mit seinem Vereinsvermögen. Bei einem nicht eingetragenen Verein haften immer die handelnden Personen - und das ist in der Regel der Vorstand.

Das Vereinsvermögen steht dem Verein und nicht den Mitgliedern zu, allerdings haften diese auch nicht für die Verbindlichkeiten des Vereins.

Das liebe Geld!
Die wichtigste Einnahmequelle für einen Verein ist der Beitrag. Die Höhe sollte sich grundsätzlich am voraussichtlichen Finanzbedarf des Vereins orientieren und diesen auch abdecken. Zusätzliche Geldquellen wie Sponsoring oder Fördermittel sollte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit einplanen.

Für die Berechnung der Beitragshöhe gibt es eine einfache Formel:

                                                    Finanzbedarf + Reserve
Vereinsbeitrag           =          -------------------------------------------
                                                      Anzahl der Mitglieder

Dadurch bekommt man einen Mittelwert, den man dann nach oben und unten entsprechend der Mitgliedsgruppierungen (Erwachsene, Jugendliche, Rentner, Auszubildende usw.) anpassen kann.

Sie sollten sich bei der Beitragsgestaltung auch an den zeitgemäßen Beiträgen orientieren, die vom Landessportbund Berlin festgelegt wurden. Diese sind Voraussetzung für bestimmte Förderungen und Unterstützungen (z.B. Förderprogramme, Sportversicherung, VBG, GEMA, Förderungen der Sportjugend usw.).

Erwachsene                        = 6,90 Euro pro Monat
Kinder und Jugendliche    = 4,60 Euro pro Monat

Der Grundgedanke ist, dass nur Vereine gefördert werden, die auch eine eigene finanzielle Basis schaffen.

In der Satzung muss auch geregelt sein, wer die Beitragshöhen beschließt (normalerweise die Mitgliederversammlung - vergl. § 6 der Mustersatzung). Sinnvoll ist es auch, eine Beitragsordnung zu erstellen. 

An dieser Stelle ist der Verein lt. BGB gegründet!

2. Notarielle Beglaubigung

Bevor die Ersteintragung des Vereins beim Amtsgericht erfolgen kann, muss sich der gesamte Vorstand notariell beglaubigen lassen. Hierbei ist der vertretungsberechtigte Vorstand nach § 26 BGB gemeint. Das ist der, der im Außenverhältnis wirksam werden darf. Offiziell heißt das: "... der den Verein gerichtlich und außergerichtlich vertritt" (vergl. § 11 der Mustersatzung).
Wichtig ist, man muss persönlich beim Notar erscheinen, da er die Unterschriftsleistung beglaubigt und damit beurkundet, dass "Fritz Müller" auch "Fritz Müller" ist. Dafür will der Notar eine kleine Gebühr (etwa 15,- bis 30,- EUR).

TIPP: Den Personalausweis nicht vergessen!

3. Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht

Amtsgericht Charlottenburg
Amtsgerichtsplatz 1
14057 Berlin
Tel: 030 / 901 77 - 0

Nachdem Ihr Verein eingetragen wurde (ca. 90 EUR Gebühr), ist er eine "juristische Person" und hat seine Rechtsfähigkeit erlangt. Er kann Verträge abschließen wie z.B. Grundstücke erwerben oder Mitarbeiter einstellen, aber auch Kredite aufnehmen, klagen und verklagt werden.

TIPP: Wenn dem Amtsgericht nach oder vor der Eintragung die Gemeinnützigkeit nachgewiesen wird, reduziert sich die Anmeldegebühr erheblich.

Für die Eintragung hat man zwei Möglichkeiten:
1. man bittet den Notar
2. man macht das selbst.

TIPP: Lassen Sie die Vereinsanmeldung besser den Notar machen. Er hat dafür fertige Schriftsätze und man erspart sich etwas Arbeit. Übergeben Sie ihm dazu die erforderlichen Unterlagen. Selbstverständlich muss man das extra bezahlen; es sind aber nur ein paar EURO.

Wenn Sie die Anmeldung beim Amtsgericht doch selbst machen wollen, finden Sie hier auch ein fertiges Musterschreiben. Die erforderlichen Anlagen fügen Sie mit bei.

Folgende Unterlagen benötigt das Amtsgericht:

- Antrag auf Anmeldung der Eintragung ins Vereinsregister
- Satzung mit 7 Unterschriften (Original und Kopie)
- Notarielle Beglaubigung des Vorstandes
- Protokoll der Gründungsversammlung mit Ergebnis der Vorstandswahl (Original und Kopie)
- Anwesenheitsliste 
- Vorstandsanschriftenliste

TIPP: Lassen Sie sich von der Anzahl der notwendigen Unterlagen nicht abschrecken. Wenn Sie diese einmal angefertigt und in ausreichender Zahl kopiert haben, sind die weiteren Schritte kein großer Arbeitsaufwand mehr. Am Schluss dieser Ausführungen befindet sich noch einmal eine Zusammenstellung aller Unterlagen, die Sie benötigen.

4. Die Körperschaftssteuer-Freistellung (Gemeinnützigkeit)

Finanzamt für Körperschaften I
Bredtschneiderstr. 5
14057 Berlin
Tel: 030 / 90 24 27-0

Was versteht man unter Gemeinnützigkeit?

Wenn eine Organisation als gemeinnützig anerkannt worden ist, wird sie von den Steuern ganz oder teilweise befreit.
Die Gemeinnützigkeit einer Körperschaft definiert sich aus § 52 Abgabenordnung (AO): "Eine Körperschaft verfolgt gemeinnützige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern.“  Ein Club, der nur Besitzer von Nobelautos aufnimmt, kann daher nicht gemeinnützig werden. Es sei denn, wir können uns eines Tages alle diese "Schlitten" leisten...

Der Sport ist nach § 52 AO ein förderungswürdiger Zweck!

Vorteile der Gemeinnützigkeit sind insbesondere die Befreiung von der Körperschafts- und Gewerbesteuer, also den Steuern auf das Einkommen (zum Beispiel aus Vermögenserträgen und Zweckbetrieben, § 5 Abs. 1 Ziff. 9 KStG), und die Berechtigung, Zuwendungsbestätigungen für Spenden auszustellen.

Voraussetzungen für die Anerkennung als steuerbegünstigte Körperschaft:

  • Die Körperschaft muss gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen.
  • Der Zweck muss selbstlos, ausschließlich und unmittelbar verfolgt werden.
  • Alle Voraussetzungen der Steuerbegünstigung müssen aus der Satzung ersichtlich sein.
  • Die Satzung muss auch die Art der Zweckverwirklichung angeben.
  • Die Satzung muss eine Regelung enthalten, dass das Vermögen der Körperschaft bei Auflösung oder Wegfall der steuerbegünstigten Zwecke auch zukünftig für steuerbegünstigte Zwecke verwendet wird (sog. Anfallsklausel).
  • Die tatsächliche Geschäftsführung muss der Satzung entsprechen.

Die Gemeinnützigkeit ist nicht von der Eintragung eines Vereins im Vereinsregister des Amtsgerichtes abhängig, sondern ausschließlich davon, welche förderungswürdigen Zwecke er verfolgt.

Folgende Unterlagen benötigt das Finanzamt für Körperschaften:

- Antrag auf Freistellung von der Körperschaftsteuer (Gemeinnützigkeit)
- Satzung
- Protokoll der Gründungsversammlung
- Wahlprotokoll
- Vereinsregisterauszug
- Beitragsordnung *)
- Tätigkeitsbericht

*) Die Beitragsordnung ist deshalb wichtig, weil ein Verein, der gemeinnützig sein will, nicht überhöhte Beiträge und Aufnahmegebühren erheben darf. Ansonsten wäre er nicht mehr der Allgemeinheit zugänglich, da es sich nicht alle leisten können.

Die Finanzbehörden halten Mitgliedsbeiträge und Umlagen von durchschnittlich 1.023 € pro Jahr und Person und Aufnahmegebühren von 1.534 € pro Person für vertretbar. Außerdem darf der Verein eine Investitionsumlage von höchstens 5.113 € pro Mitglied im Verlauf von 10 Jahren erheben.

TIPP: Da ja die Gemeinnützigkeit unabhängig von der Eintragung im Vereinsregister beantragt werden kann, kann man diese durchaus vorher beantragen. Das ist immer dann ratsam, wenn man doch an der Mustersatzung Änderungen vorgenommen hat und wissen will, ob das Finanzamt das so akzeptiert. Eine evtl. nochmalige Änderung ist dann unproblematisch. Außerdem kann man dann die Gemeinnützigkeit gleich dem Amtsgericht vorlegen und zahlt dadurch eine wesentlich geringere Eintragungsgebühr.

5. Mitgliedschaft im Sportfachverband

Die Sportfachverbände sind die Dachorganisationen des Sports. Sie sind für alle sportinhaltlichen Fragen zuständig, wie Regelwerk, Schiedsrichter- und Übungsleiterausbildung (fachlicher Teil), Wettkampfbetrieb usw. Die Teilnahme am Wettkampf- und Turnierbetrieb ist normalerweise nur bei einer Mitgliedschaft möglich.

Über die Mitgliedschaft in einem Sportverband erwirbt man außerdem den Versicherungsschutz für seinen Verein und die Mitglieder, den der Landessportbund Berlin für seine Mitgliedsorganisationen (Haftpflicht- und eine Unfallversicherung) abgeschlossen hat.

Die Verbände erheben Jahresbeiträge. Da diese von Verband zu Verband sehr unterschiedlich sind, müssen Sie direkt dort anfragen.

Berliner Sportverbände

Folgende Unterlagen benötigt der jeweilige Fachverband: (Muss nicht bei allen gleich sein)

- Antrag auf Mitgliedschaft im Fachverband
- Satzung
- Protokoll der Gründungsversammlung
- Vorstandsanschriftenliste
- Vereinsregisterauszug
- Körperschaftsteuer-Freistellungsbescheid (Gemeinnützigkeit)
- Tätigkeitsbericht
- Beitragsordnung
- Mitgliederverzeichnis

6. Einrichtung eines Vereinskontos

Da ein Verein eine Körperschaft ist, kann er kein Privatkonto mit den gleichen Vorzügen wie dieses eröffnen (z.B. Dispokredit, günstige Gebühren).

Es muss also ein Geschäftskonto sein. Vorsichtshalber sollte man sich daher mehrere Angebote von verschiedenen Banken einholen. Der LSB-Vereinsberater kann hierzu Hinweise geben, da ein Kooperationsvertrag mit einer Bank besteht.

Bei neu gegründeten, vorerst noch kleinen Vereinen mit geringen Umsätzen, kann man die Finanzen natürlich auch vorerst nur über eine sog. "Barkasse" verwalten. Wenn der Verein größer wird und die Umsätze steigen, wird aber erstens das Risiko zu groß, nur mit Bargeld zu hantieren und zweitens wird die Verwaltung immer umständlicher.

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Die nachfolgenden Schritte treffen nur für das Land Berlin zu!

7. Die Sportförderungswürdigkeit

Senatsverwaltung für Inneres und Sport
Abt. -IV A 42-
Klosterstr. 47
10179 Berlin
Tel: 030 / 90 223-29 50 (Frau Träger)

Das Land Berlin ist eines der wenigen Bundesländer, das ein Sportförderungsgesetz besitzt. Dieses beinhaltet u.a. die kostenlose Nutzung von landeseigenen Sportstätten. Kostenlos bei einer Mehrfachnutzung, wie das bei Schulturnhallen, teilweise Schwimmhallen und Sportplätzen üblich ist.

Ein Verein, der eine Sportstätte allein nutzt (z.B. Tennis, Wassersport, Reiten), zahlt eine vergünstigte Pacht an den Senat. (Geregelt in den Sportanlagen-Nutzungsvorschriften - SPAN)
Voraussetzung für diese Vergünstigungen, ist die Anerkennung der Förderungswürdigkeit durch den Senat von Berlin. Der Antrag wird direkt bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport gestellt. Die Förderungswürdigkeit beantragen Sie mit dem Formular, das Sie hier downloaden können sowie den erforderlichen Unterlagen, die sich aus diesem Formular ergeben.

Bevor Ihr Verein die Förderungswürdigkeit erhält, wird Ihr Antrag gemäß § 3 Abs. 2 SportFG an den Landessportbund Berlin zwecks einer Stellungnahme (Anhörung) geschickt.

8. Registrierung beim Landessportbund Berlin

Landessportbund Berlin e.V.
Prüfstelle / Mitgliederverwaltung
Jesse-Owens-Allee 2
14053 Berlin
Tel: 030 / 300 02
- 129 (Herr Buchholz)
- 185 (Frau Krauleidies)

Laut Satzung des Landessportbundes Berlin können die Mitgliedschaft nur Verbände - nicht die Vereine - erwerben

Da die meisten Informationen, die LSB-Verbandszeitschrift und vor allem aber die Förderungen direkt erfolgen und nicht erst über die Verbände gehen, benötigt der LSB einen "direkten Draht" zu den Vereinen. Diese müssen sich daher registrieren lassen. Beiträge werden durch den LSB Berlin keine erhoben.

Folgende Unterlagen benötigt der Landessportbund Berlin e.V.:

Es genügt vorerst ein formloser Antrag unter Vorlage der Bestätigung der Mitgliedschaft im Fachverband.
Teilnahme an Förderprogrammen nur nach erfolgter Anerkennung der Förderungswürdigkeit!

9. Die Bezirkssportbünde

Die Bezirkssportbünde sind die Interessenvertretungen der Vereine im Bezirk - unabhängig von der Sportart.

Weder der Landessportbund Berlin noch die Fachverbände sind in der Lage, sämtliche Probleme zu lösen, die vornehmlich Bezirksangelegenheiten des Sports sind. Die meisten der Bezirkssportbünde haben Sitz und Stimme in der Sportstättenvergabekommission und auch in Beiräten, die sich mit der Jugend und dem Sport beschäftigen. Einige Bezirkssportbünde haben auch Bürgerdeputierte im jeweiligen Sportausschuss der Bezirksverordnetenversammlungen (BVV).
Die Bezirkssportbünde besitzen den Charakter einer Dachorganisation und sind somit den Fachverbänden gleichgestellt. Sie sind, wie die Sportverbände, Mitglied im Landessportbund Berlin.
Die Beiträge, die erhoben werden, sind in den Bezirken sehr unterschiedlich und sollten daher vor einem Beitritt erfragt werden. Die Mitgliedschaft ist freiwillig.

Folgende Unterlagen benötigen die Bezirkssportbünde:

(Muss nicht bei allen identisch sein)

- Antrag auf Mitgliedschaft im Bezirkssportbund
- Satzung
- Gründungsprotokoll
- Vorstandsanschriftenliste
- Vereinsregisterauszug
- Körperschaftsteuer-Freistellung (Gemeinnützigkeit)
- Tätigkeitsbericht
- Bestätigung der Mitgliedschaft im Fachverband *)
- Beitragsordnung - Sportstatistischer Erhebungsbogen

*) Sportvereine, für die es in Berlin keinen zuständigen Fachverband gibt oder dieser nicht Mitglied im LSB ist (z.B. der Hundesportverband, bestimmte Kampfsportstilrichtungen), können dem Bezirkssportbund ersatzweise wie einem anerkannten Fachverband beitreten. Sollte das für Ihren Verein zutreffen, ist es ratsam, zum besseren Verständnis die Vereinsberatung des LSB-Berlin zu konsultieren. (vb@lsb-berlin.de)

Der gesonderte Jahresbeitrag beträgt 7,10 EUR pro Mitglied und wird an den LSB Berlin weitergeleitet. Dazu kommt dann noch der normale Beitrag des Bezirkssportbundes.

10. Beantragung einer Sportstätte beim Bezirksamt

Fast haben Sie es geschafft.

Ein dicker Brocken kommt allerdings noch - die Sportstätte.

Es ist ja nicht so, dass die Bezirksämter damit wie Sauerbier handeln. Im Gegenteil, die Situation im Land Berlin wird immer prekärer, weil die Bausubstanz nicht besser und das Geld nicht mehr wird. Die Sportstätten werden ein- in manchen Bezirken sogar zweimal jährlich vergeben. Die Anträge werden an das Bezirksamt - Sportstättenvergabe - gestellt, wo der Verein seinen Verwaltungssitz hat.

Normalerweise sind die Hallen- bzw. Sportplatzzeiten vergeben und Sie stellen sich ganz hinten an. Es sei denn, Sie haben auch als "Nichtverein" bereits eine Sportstätte genutzt und können diese "übernehmen".

Ansonsten sollten Sie etwas Detektiv spielen und in Ihrem Kietz nachforschen, ob bestimmte Hallen oder Plätze immer wieder zu bestimmten Zeiten leer stehen. Es gibt nämlich auch Vereine, die mehr beantragen, als sie wirklich benötigen.

Hinweis: Normalerweise können Sie nur eine Halle in dem Bezirk beantragen, wo Ihre Vereins-Geschäftsadresse ist. Ausnahmen bilden Vereine mit Abteilungen in mehreren Bezirken.

TIPP: Die bis hierher aufgeführten Schritte sollten Sie in jedem Fall parallel abarbeiten. Wenn noch nicht alle Bestätigungen vorliegen, dann können Sie vorerst auch die Kopien der Anträge einreichen - z.B. dem Fachverband die Kopien der Anträge beim Amtsgericht und Finanzamt.

Zusammenstellung der erforderlichen Unterlagen

Protokoll der Gründungsversammlung und Anwesenheitsliste
• Satzung mit 7 Unterschriften von Gründungsmitgliedern
• Notarielle Beglaubigung des Vorstandes (§ 26 BGB)
• Antrag auf Eintragung ins Vereinsregister
• Vereinsregisterauszug
• Vorstandsanschriftenliste
• Antrag auf Freistellung von der Körperschaftsteuer
• Körperschaftsteuer-Freistellung (Gemeinnützigkeit)
Beitragsordnung
Tätigkeitsbericht
• Antrag auf Mitgliedschaft im Fachverband
• Bestätigung der Mitgliedschaft im Fachverband
• Mitgliederverzeichnis
• Antrag auf Anerkennung der Sportförderungswürdigkeit
• Sportförderungswürdigkeit durch den Senat
• Sportstatistischer Erhebungsbogen
• Antrag auf Registrierung beim LSB Berlin
• Antrag auf Mitgliedschaft im Bezirkssportbund
• Antrag beim Bezirksamt auf Zuweisung einer Sportstätte
• Bankverbindung

TIPP: Bedenken Sie bitte, dass einige Ihrer Unterlagen zu amtlich geprüften Dokumenten werden und daher ein seriöses Aussehen haben müssen. Verzichten Sie daher auf unnötige Schnörkel und gestalterische Spielereien. Verwenden Sie als Schriftarten Arial oder Times New Roman und als Schriftfarbe Schwarz.
(Die farbige Darstellung in unserer Mustersatzung und den Musterschreiben dient lediglich zur Erläuterung und besseren Kenntlichmachung.)

Nachfolgend nochmals alles in komprimierter Form:
Vereinsgründung - Kurzfassung

Merkblatt:

Merkblatt zur Vereinsgründung

Schlussbemerkungen

Wir wünschen Ihnen viel Glück und natürlich auch Freude bei der Vereinsarbeit.
Verzagen Sie nicht, auch wenn Sie manchmal alles hinwerfen wollen. Es gibt meistens einen Ausweg.

Denken Sie immer daran, wenn Sie einmal nicht weiter wissen, können Sie sich jeder Zeit an die Vereinsberatung des Landessportbundes Berlin (Tel: 030 / 300 02-100 oder vb@lsb-berlin.de) wenden.