Vorstand gleichzeitig als Angestellter

Immer wieder stehen Vereine und Verbände vor der Frage, ob ein Vorstandsmitglied gleichzeitig auch ein Anstellungsverhältnis mit dem Verein/Verband haben kann.
Das beginnt mit der Frage, ob ein gewähltes Vorstandsmitglied gleichzeitig als Übungsleiter arbeiten kann und geht soweit, ob sogar ein klassischer Arbeitsvertrag evtl. als Geschäftsführer abgeschlossen werden darf.
Grundsätzlich ist es möglich, es gibt aber einiges zu beachten.
Weder im Vereins- noch im Arbeitsrecht findet man etwas zu diesem Sachverhalt, sodass man davon ausgehen kann, dass es nicht verboten ist. 
In vielen Vereinen oder Verbänden ist solch eine Konstellation allerdings durch eine Satzungsregung ausgeschlossen. Danach dürfen Präsidiums/Vorstandsmitglieder nicht gleichzeitig Angestellte sein oder anders herum betrachtet, Angestellte dürfen sich nicht um ein Vorstandsamt bemühen.
Wenn die Satzung solch eine Konstellation aber nicht ausdrücklich ausschließt, ist es machbar. Einen faden Beigeschmack hat die Sache allerdings immer. Man bedenke nur, dass das Vorstandsmitglied ja quasi gleichzeitig sein eigener Arbeitgeber ist und im ungünstigsten Fall Einfluss auf seinen Arbeitsvertrag oder die Gehaltsregelung nehmen könnte. Aus diesem Grunde sollten folgende Punkte beachtet werden:

  1. Den Arbeitsvertrag müssen auf Seiten des Vereins/Verbandes natürlich zwei andere vertretungsberechtigte Vorstandsmitglieder unterschreiben.
  2. Der Vorstand sollte jemanden benennen, der sozusagen der Vorgesetzte, also die Kontrollperson des Angestellten, ist.
  3. Die Kompetenzen und Arbeitsbereiche müssen ganz klar abgesteckt werden. Es sollte daher das Angestelltenverhältnis nicht artverwandt mit der gleichzeitig bekleideten Vorstandsfunktion sein, um evtl. Manipulationen auszuschließen. Demnach wäre es also nicht so günstig, wenn der Schatzmeister gleichzeitig als Buchhalter arbeitet.  
  4. Die Bezahlung muss ortsüblich sein, da der Verein ansonsten seine Gemeinnützigkeit gefährden könnte.
  5. Der § 34 BGB muss konsequent durchgesetzt werden. Danach hat das Vorstandsmitglied kein Stimmrecht, wenn Angelegenheiten behandelt werden, die seine Person (in diesem Falle als Arbeitnehmer) betreffen.
  6. In jedem Fall sollte sich der Vorstand durch die Mitgliederversammlung bestätigen lassen, dass gegen dieses Vorhaben grundsätzlich keine Bedenken bestehen.

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