Suspendierung

Wenn einem Vorstandsmitglied erhebliche Verfehlungen unterstellt oder Inaktivität vorgeworfen werden, ist man meist im Vorstand nicht mehr bereit, bis zur nächstfolgenden Mitgliederversammlung und damit einer Abwahl weiter mit dem Betroffenen zu arbeiten.

In diesem Zusammenhang werden dann Rufe nach einer vorläufigen Amtsenthebung, einer Suspendierung, dieses Vorstandsmitgliedes laut.
Da kaum ein Verein eine entsprechende Regelung für solch einen Fall in der Satzung hat, ist eine Suspendierung dann leider nicht zulässig.
Es bedarf einer entsprechenden Satzungsregelung, die klarstellt, welchem Vereinsorgan das Recht der vorläufigen Amtsenthebung/Suspendierung zustehen soll. Da der größte Teil der Vereine nur zwei Organe hat, die Mitgliederversammlung und den Vorstand, muss also in der Satzung geregelt sein, dass der Vorstand berechtigt ist, z.B. durch einstimmigen Beschluss, jemanden von seinem Amt bis zur nächsten Mitgliederversammlung und der dann folgenden Abwahl seines Vorstandsamtes zu entheben/zu suspendieren. 
Da diese Amtsenthebung einen sanktionierenden Charakter aufweist, ist das betreffende Vorstandsmitglied vor der Entscheidung grundsätzlich anzuhören. 
Ist der Beschluss über die Suspendierung gefasst, hat der Betroffene bis zur Entscheidung der Mitgliederversammlung über eine Abwahl keine Geschäftsführungs- oder Vertretungsbefugnis mehr. Das Vereinsregister ist von dem vorläufigen Ausscheiden des Vorstandsmitglieds zu informieren. Sollte per Satzung festgelegt sein, dass bis zur abschließenden Entscheidung ein anderes Vorstandsmitglied bestellt/kooptiert wird, ist auch dies gegenüber dem Vereinsregister mitzuteilen. (Siehe: "Kooptierung in den Vorstand")
Problematisch wird es allerdings, wenn auf der folgenden Mitgliederversammlung die Amtsenthebung/Suspendierung nicht bestätigt, das entsprechende Vorstandsmitglied also nicht abgewählt wird. Es bleibt dann im Amt bis zum Ablauf seiner Amtszeit. Der Vorstand sollte sich in solch einem Fall sehr gut überlegen, ob er dann nochmals eine Suspendierung beschließt. Es könnte nämlich der Eindruck entstehen, dass nicht sachliche oder fachliche Gründe dafür ausschlaggebend waren, sondern womöglich ausschließlich persönliche Ressentiments, wodurch sich dann evtl. der gesamte Vorstand bei den Mitgliedern unglaubwürdig machen würde.  

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