Für Vereine und Übungsleitung

Der Gesundheitssport bietet Sportvereinen die Möglichkeit, Motiven zum Sporttreiben in der Bevölkerung zu entsprechen und somit die Chance auf Gewinn neuer Teilnehmer/innen und Mitglieder zu eröffnen. Denn Gesundheit und damit verbundene Fitness spielt für viele Menschen ein wesentliches Motiv, sich sportlich zu betätigen.

Außerdem kann die Ausübung von Gesundheitssport von der Ärzteschaft empfohlen und verordnet sowie von den Kostenträgern (z.B. den Krankenkassen) finanziell gefördert werden. Durch das Anbieten von Gesundheitssport können sich Sportvereine somit zu anerkannten Akteuren im Gesundheitsbereich entwickeln.

Gesundheitssport für Vereine und Übungsleiter

Unter Gesundheitssportangeboten sind Angebote zu verstehen, bei denen es weniger um die Optimierung der sportlichen Leistung geht. Im Vordergrund stehen in in erster Linie gesundheitliche Zielstellungen. Als besonders gesundheitsförderlich gelten sportliche Aktivitäten ohne direkten Körperkontakt zum/zur Gegenspieler/in sowie solche, die auch ohne Maximalbelastungen (z.B. beim Kampf um das Spielgerät) auskommen; außerdem Aktitivitäten, bei denen die Intensität an die individuellen Fähigkeiten angepasst werden kann, sowie solche mit gleichmäßigen Bewegungsabläufen (z.B. indem nicht primär nur der dominante Arm eingesetzt wird). Zusammengefasst somit solche sportlichen Aktivitäten, die einerseits durch Verbesserung motorischer Fähigkeiten Gesundheitsressourcen stärken und dabei gleichzeitig ein möglichst geringes Verletzungs- und/oder Überlastungsrisiko beinhalten.

Bei Gesundheitssportangeboten kann unterschieden werden zwischen Präventionssport und Rehabilitationssport.

1. Präventionssport:

Zielgruppe: Personen ohne behandlungsbedürftige Erkrankungen, die etwas für ihre Gesundheit und Fitness tun möchten, um so der Entstehung von Krankheiten oder Beschwerden  vorzubeugen.

Ziele und Inhalte:

  • Gesundheitsförderung durch Stärkung der 5 physischen Gesundheitsressourcen Ausdauer, Kraft (insbesondere Kraftausdauer), Beweglichkeit, Koordination, Entspannungsfähigkeit
  • Gesundheitsförderung durch Stärkung sog. psychosozialer Gesundheitsressourcen wie z.B. Aufbau sozialer Kontakte, Motivation zum langfristigen regelmäßigen Sporttreiben, Wissensvermittlung zu gesundheitssportlicher Aktivität
  • Prävention vor bestimmten Erkrankungen/Beschwerden durch Reduzierung des Risikofaktors Bewegungsmangel

Empfohlene Qualifikation der Übungsleitung: B-Lizenz "Sport in der Prävention" (diese kann u.a. an der Sportschule des LSB Berlin erworben werden) oder sport- und bewegungsbezogene Berufsausbildung.

Besonderes: Zum Präventionssport gehörende Vereinsangebote können auf Antrag mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT zertifiziert werden. Hierdurch können sie von den gesetzlichen Krankenkassen als förderungs- bzw. bezuschussungsfähige Angebote gemäß § 20 SGB V anerkannt werden. Genauere Infos hierzu in den entsprechenden Abschnitten auf dieser Seite.

 

2. Rehabilitationssport:

Zielgruppe: Personen mit oder nach bereits eingetretener Erkrankung, Verletzung oder Unfall, chronisch Kranke, behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen.

Ziele und Inhalte (gemäß BAR - Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining):

  • Stärkung von Ausdauer, Kraft, Koordination, Flexibilität, Stärkung des Selbestbewusstseins, Hilfe zur Selbsthilfe
  • Mittel des Sports und sportlich ausgerichteter Spiele, Übungen in festen Gruppen im Rahmen regelmäßig abgehaltener Übungsveranstaltungen; Maßnahmen sind auf Erfordernisse der Teilnehmer abzustimmen

Erforderliche Qualifikation der Übungsleitung: B-Lizenz "Sport in der Rehabilitation". Weitere Auskünfte hierzu erteilen die für Rehabilitationssport zuständigen Fachverbände (siehe unten)

Besonderes: Vereine erhalten als Erbringer von Rehasport eine Vergütung gemäß der geltenden Vergütungssätze von den zuständigen Kostenträgern (z.B. die Krankenkassen). Voraussetzung hierfür: 1. der/die Teilnehmer/in hat eine ärztliche Verordnung für Rehasport inkl. Bestätigung der Kostenübernahme seitens des zuständigen Kostenträgers, 2. das Vereinssportangebot, an dem der/die Teilnehmer/in teilnimmt, ist als Rehabilitationssportgruppe anerkannt

Für weitere Informationen zum Rehabilitationssport wendet man sich als Verein oder Übungsleiter/in am besten an die in Berlin zuständigen Fachverbände

Das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT wurde vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer entwickelt. Mit SPORT PRO GESUNDHEIT können Sportangebote der Sportvereine zertifiziert werden, wenn diese Angebote bestimmte Kriterien erfüllen.

Anerkennung durch die gesetzlichen Krankenkassen:

Nach dem Prinzip "Ein Antrag, zwei Siegel" können Sportvereine über die Serviceplattform SPORT PRO GESUNDHEIT mit Beantragung des SPORT PRO GESUNDHEIT-Siegels zusätzlich auch die Anerkennung durch die Krankenkassen für ein Sportangebot erhalten. D.h., dass das betreffende Angebot als bezuschussungsfähiges Präventionsangebot nach § 20 SGB V gilt. (Vgl. auch Abschnitt "Was ist zu tun, damit SPORT PRO GESUNDHEIT-Angebote von den Krankenkassen anerkannt werden?")

Wesentliches Kriterium für eine Zertifizierung ist, dass die Übungsleitung (ÜL) des betreffenden Sportangebotes im Besitz der erforderlichen Qualifikationen ist. D.h. dass bei Beantragung von SPORT PRO GESUNDHEIT die folgenden Qualifikationen nachgewiesen werden müssen:

  • ÜL-B-Lizenz "Sport in der Prävention" (bzw. 2. Lizenzstufe Prävention) mit zum Angebot passenden Profil

und

  • Zertifikat "Einweisung in das Masterprogramm [Titel des betreffenden Masterprogramms]" als Nachweis, dass man in das Programm, was man durchführen möchte, eingewiesen ist.

(Sowohl die genannte Lizenz als auch das genannte Zertifikat kann über die Sportschule des LSB Berlin erworben werden.)

für Angebote im Wasser zusätzlich

  • Zusatzqualifikation für den Bewegungsraum Wasser (wegen der für Angebote im Wasser erforderlichen Lizenzen und Nachweise bitte wenden an: Berliner Schwimm-Verband e.V., 030 / 97 10 150, info(at)berliner-schiwmm-verband(dot)de)

Welche Qualifikationen und Nachweise für Übungsleiter mit einer B-Lizenz "Sport in der Prävention" im einzelnen erforderlich sind, sehen Sie hier.

 

Liegt die o.g. ÜL-B-Lizenz "Sport in der Prävention" nicht vor, kann SPORT PRO GESUNDHEIT trotzdem verliehen werden, wenn alternativ nachgewiesen werden die Berufsabschlüsse

  • Sportwissenschaftler/in (Dipl., Mag., Lehramt, Bachelor, Master) mit nachweislich gesundheitsorientierter Ausrichtung oder
  • Sport- und Gymnastiklehrer/in mit nachweislich gesundheitsorientierter Ausrichtung oder
  • Physiotherapeut/in bzw. Krankengymnast/in mit Zusatzqualifikation in der Methodik des Sports oder
  • Ergotherapeut/in oder Motopäde/in mit Zusatzqualifikation in der Methodik des Sport

und

  • Zertifikat "Einweisung in das Masterprogramm [Titel des betreffenden Masterprogramms], als Nachweis, dass man in das Programm, was man durchführen möchte, eingewiesen is

für Angebote im Wasser zusätzlich

  • Zusatzqualifikation für den Bewegungsraum Wasser (wegen der für Angebote im Wasser erforderlichen Lizenzen und Nachweise bitten wenden an: Berliner Schwimm-Verband e.V., 030 / 97 10 150, info(at)berliner-schimm-verband(dot)de)

Welche Nachweise für die o.g. Berufsgruppen im einzelnen erforderlich sind, sehen Sie hier.

 

Weitere Kriterien sind

  • einheitliche Organisationsstrukturen, d.h. max. 15 Teilnehmer/innen pro Angebot
  • Präventiver Gesundheits-Check, d.h. Aushändigung eines entsprechenden Fragebogens an die Teilnehmer/innen zu Beginn des Angebotes
  • Bereitschaft zum begleitenden Qualitätsmanagement, d.h. u.a. Teilnahme am Auditprozess (Infos hierzu unter "Was sind Audits in SPORT PRO GESUNDHEIT-Angeboten?")

Die Details zu den Voraussetzungen ergeben sich aus dem Antragsprozedere über die Service-Plattform SPORT PRO GESUNDHEIT.

Bei Fragen hierzu wenden Sie sich auch gerne an:
Tel.: 030 / 30002-164 oder -192
E-Mail: sportprogesundheit(at)lsb-berlin(dot)de

Damit ein Sportangebot mit SPORT PRO GESUNDHEIT zertifiziert werden kann, muss ein entsprechender Antrag gestellt werden. Dies erfolgt bundesweit einheitlich online über die sog. Serviceplattform SPORT PRO GESUNDHEIT. Die Serviceplattform ist abgestimmt zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) . Grund hierfür ist, dass mit Beantragung des SPORT PRO GESUNDHEIT-Siegels auch gleichzeitig das von der ZPP vergebene Prüfsiegel "Deutscher Standard Prävention - geprüft und zertifziert" beantragt werden kann. Die ZPP prüft im Auftrag der allermeisten gesetzlichen Krankenkassen, ob Präventionsangebote im Sinne des § 20 SGB V als bezuschussungsfähig anerkannt werden können. Nach dem Prinzip "Ein Antrag, zwei Siegel!" wird somit mit Vergabe des SPORT PRO GESUNDHEIT-Siegels auch die verbindliche Anerkennung durch die ZPP möglich.

Weitere Informationen zur Serviceplattform SPORT PRO GESUNDHEIT erhalten Sie auch hier.

Hilfe zum Umgang mit der Serviceplattform SPORT PRO GESUNDHEIT bieten Ihnen die Serviceplattform SPG Nutzungshilfen.

Bei Fragen wenden Sie sich auch gerne an:

Tel.: 030 / 30002-164 oder -192

E-Mail: sportprogesundheit(at)lsb-berlin(dot)de

 

Mitgliedsvereine des Berliner Turn- und Freizeitsport-Bundes e.V. (BTB) und des Berliner Schwimmverbandes e.V. (BSV):

Mitgliedsvereine des BTB bzw. des BSV, die ihre SPORT PRO GESUNDHEIT-Anträge grundsätzlich an diese Fachverbände richten, ist zu empfehlen, sich hinsichtlich des aktuell geltenden Antragsverfahrens mit ihrem zuständigen Fachverband in Verbindung zu setzen.

Durch die Zertifizierung mit SPORT PRO GESUNDHEIT (SPG) erhalten Sportvereine einen bundesweit anerkannten Nachweis für eine qualitativ hochwertige Durchführung ihrer Gesundheitssportangebote.

Zum begleitenden Qualitätsmanagement bei SPG gehört auch die Bereitschaft der Übungsleitung zur Teilnahme an externen Qualitätsbewertungen (sog. Audits). Diese werden durchgeführt von im Gesundheitssport erfahrenen und qualifizierten Fachleuten im Auftrag der LandesArbeitsGemeinschaft SPORT PRO GESUNDHEIT.

Folgende Vorteile für den/ die Übungsleiter/in (ÜL) und für den Verein sind mit dem Auditprozess verbunden:

  • Kostenloser Beratungs-Service vor Ort für den/die ÜL; durch entsprechendes Feed-Back kann die ÜL-Tätigkeit weiter optimiert und somit die Qualität des Angebotes noch gesteigert oder bestätigt werden
  • Ermittlung von außergewöhnlich gut und beispielhaft durchgeführten Gesundheitssportangeboten, die dann als sog. "Good-Practice-Beispiele im Gesundheitssport" besonders hervorgehoben und gewürdigt werden können

Die Durchführung eines Audits erfolgt in der Regel nach folgendem Ablauf:

  1. Auditor/in kontaktiert Verein bzw. ÜL zwecks Terminvereinbarung für das Audit
  2. Auditor/in besucht das zu auditierende SPG-Angebot zu dem vereinbarten Termin
  3. Beobachtung und Dokumentation des Übungsbetriebes durch Auditor/in
  4. Nach der Sportstunde ca. 20 minütige Nachbesprechung zwischen Auditor/in u. ÜL; außerdem erhält ÜL eine schriftliche Bestätigung über Teilnahme am Audit
  5. Schriftliche Rückmeldung der Auditergebnisse durch Auditor/in an zuständigen Verband; bei evtl. Nachfragen zu den Auditergebnissen wendet sich Verband ggf. erneut an Verein bzw. ÜL

 Um den Beratungs-Service in Anspruch zu nehmen, können Vereine/Übungsleiter auch von sich aus einen Audittermin vereinbaren. Weitere Auskünfte erteilen Ihnen gerne Christoph Stegemann, Tel.: 030/30002164, E-Mail: c.stegemann@lsb-berlin.de oder Uta Schütz-Jalloh, Tel. 030/30002192, E-Mail: u.schuetz-jalloh@lsb-berlin.de

Die Landesarbeitsgemeinschaft SPORT PRO GESUNDHEIT (LAG) setzt sich zusammen aus den Institutionen, die an der Qualitätssicherung im vereinsorganisierten Gesundheitssport in Berlin mitwirken. Aktuell sind folgende Institutionen Mitglied der LAG:

Aufgabe der LAG ist die Abstimmung folgender Prozesse:

  • Bearbeitung der Anträge auf Verleihung des SPORT PRO GESUNDHEIT-Siegels
  • Zertifizierung von Sportangeboten mit dem SPORT PRO GESUNDHEIT-Siegel
  • Veröffentlichung der SPORT PRO GESUNDHEIT-Angebote und anerkannten Rehasportgruppen in der jährlich aktualisierten Broschüre Gesundheitssport
  • Verbreitung der Informationen zu den SPORT PRO GESUNDHEIT- und Rehasportangeboten in der Ärzteschaft als relevanter Multiplikatorengruppe
  • Veröffentlichung der SPORT PRO GESUNDHEIT-Angebote über www.lsb-berlin.de
  • Umsetzung des Auditprozesses im Rahmen des begleitenden Qualitätsmanagements von SPORT PRO GESUNDHEIT

Die LAG tagt in der Regel einmal im Jahr.

Die Beantragung des SPORT PRO GESUNDHEIT-Siegels erfolgt online über die Serviceplattform SPORT PRO GESUNDHEIT . Diese Serviceplattform ist abgestimmt zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP). Die ZPP prüft im Auftrag der allermeisten gesetzlichen Krankenkassen, ob Präventionsangebote im Sinne des § 20 SGB V als bezuschussungsfähig anerkannt werden können. Über die Serviceplattform SPORT PRO GESUNDHEIT kann dann mit nur einem Antragsverfahren sowohl das SPORT PRO GESUNDHEIT-Siegel als auch die verbindliche Anerkennung durch die ZPP und somit durch die allermeisten gesetzlichen Krankenkassen erreicht werden. Oder kurz gesagt: Ein Antrag, zwei Siegel!

Damit die Anerkennung durch die Krankenkassen erfolgt, müssen Vereine also zusätzlich zum Antragsverfahren über die Serviceplattform SPORT PRO GESUNDHEIT nichts weiter tun!

 

Bei Fragen hierzu wenden Sie sich auch gerne an:

Tel. 030 / 30002-164 oder -192

E-Mail sportprogesundheit(at)lsb-berlin(dot)de

 


Gesonderte Vereinbarung des Landessportbundes Berlin mit der AOK Nordost

Eine gesonderte Vereinbarung zwischen LSB Berlin und AOK Nordost regelt, dass der LSB der AOK Nordost in regelmäßigen Abständen eine Übersicht mit allen mit einem gültigen SPORT PRO GESUNDHEIT-Siegel zertifizierten Sportangeboten in Berlin übermittelt. Auf dieser Grundlage ist eine Erstattung der Teilnahmegebühr für Versicherte der AOK-Nordost möglich. Sportvereine müssen ihre SPORT PRO GESUNDHEIT-Angebote somit nicht selber an die AOK-Nordost melden.