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„Sport.Vereine.Zukunft: Berlin“

Fast 100 Vereins- und Verbandsvertreter bei der Auftaktveranstaltung für die neue LSB-Diskussionsreihe

„Um die Zukunft des Sportvereins kann es nicht schlecht bestellt sein, so lange es so viele Menschen gibt, die am Wochenende bei 30 Grad in die Sportschule kommen.“ Mit diesen Worten begrüßte LSB-Präsident Klaus Böger die fast 100 Vereins- und Verbandsvertreter bei der Auftaktveranstaltung für die neue LSB-Diskussionsreihe „Sport.Vereine.Zukunft: Berlin“.

Der Sportverein sei ein Erfolgsmodell: „Die Mitgliederzahlen wachsen. Nirgendwo sind mehr Kinder und Jugendliche organisiert als in unseren Vereinen. Dennoch müssen sich Vereine dem gesellschaftlichen Wandel stellen,“ so Böger. Es passiere viel außerhalb der Vereine: Sport im Park, Zuwachs bei Fitnessclubs, Angebote in Ganztagsschulen, individueller Sport mit Fitness-Apps. „Aber Vereine sind ein Garant für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir müssen darum kämpfen, dass sie auch im 21. Jahrhundert von den Menschen angenommen werden.“

Gesellschaftliche Veränderungen gehen an den Vereinen nicht spurlos vorüber. Das belegte Professor Christoph Breuer von der Sporthochschule Köln mit Daten aus dem Sportentwicklungsbericht, die auf einer Online-Befragung der Vereine basieren. „Es gibt noch den herkömmlichen Sportverein“, sagte er, „aber die Gewinnung und Bindung von Mitgliedern ist ein sehr großes Problem.“

Professor Sebastian Braun von der Humboldt-Universität sprach von der Pluralisierung der Sportkultur: „Immer mehr Menschen treiben auf irgendeine Weise Sport. Informelle Aktivitäten nehmen zu. Im Vordergrund steht nicht mehr das Leistungsmotiv sondern der Gesundheitsaspekt.“ Die Folge sei, dass der Sportverein seine Monopolstellung verliert und zunehmend mit anderen Sportanbietern auf dem Markt konkurriert. „Wir können die Beschleunigung nicht aufhalten“, sagte er. Eine Vision von übermorgen habe er nicht. „Aber der Sportverein mit seinen demokratischen Entscheidungsstrukturen, seinem ehrenamtlichen und freiwilligen Engagement, seinem Zugehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl ist etwas Besonderes. Sportvereine sind stabile Inseln in einer Zeit, in der sich alles beschleunigt. Ist das nicht unser Kapital?“

Die anschließenden Diskussionen in den Arbeitsgruppen ließen keine Zweifel an der Zukunft der Vereine: Ja, es gibt Mitbewerber. Aber Vereine müssen die Konkurrenz nicht fürchten, wenn sie sich professionell aufstellen. Organisierter Sport oder informeller Sport – aus dem Oder wird ein Und, wenn Vereine flexibler werden und sich die Digitalisierung zu Nutze machen.

LSB-Vizepräsidentin Claudia Zinke lud zur Fortsetzung der Diskussion ein: „Wir bleiben im Gespräch. Der LSB versteht sich als Dienstleister für einen zukunftsfähigen Vereinssport, damit unsere Vereine am Puls der Zeit zu bleiben.“ A. B.

Ein kurzes Video über die Veranstaltung ist hier zu sehen.

Fotos: Jürgen Engler

  • Diskussionsforum 9.6.18 Prof. Braun
  • Diskussionsforum 9.6.18 Böger
  • Diskussionsforum 9.6.18 Breuer
  • Diskussionsforum 9.6.18 Arbeitsgruppe
  • Diskussionsforum 9.6.18 Pause
  • Diskussionsforum 9.6.18 Plenum