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Neuer Coubertin-Saal mit einer Vernissage eingeweiht

Fotos von sechs erfolgreichen Berliner Spitzensportlerinnen und -sportlern schmücken die Saaltüren.

Der Landessportbund hat den frisch sanierten Coubertinsaal im Haus des Sports mit einer Vernissage eingeweiht. Die Saaltüren sind jetzt mit Fotos von sechs erfolgreichen Berliner Spitzensportlerinnen und -sportlern geschmückt: Marcus Groß, Andreas Kuffner, Lisa Unruh, Patrick Hausding, Laura Vargas-Koch und Shan Xiaona. Vier der Sportler, ihre Heimtrainer und Verbandspräsidenten, LSB-Präsidiumsmitglieder und LSB-Abteilungsleiter waren bei der Vernissage dabei. Sie wurden von LSB-Präsident Klaus Böger begrüßt.

Er erinnerte zu Beginn an die über 100-jährige Geschichte des Hauses: Sie beginnt 1909 mit der Eröffnung als „Restaurant Waldhaus”. Es war von Anfang an ein Ort des Sports. In der Nähe befand sich damals die Grunewald-Rennbahn. Bedeutende Persönlichkeiten verkehrten hier: 1909 fand in Berlin eine IOC-Session statt. Im Restaurant Waldhaus hielt Pierre de Coubertin eine Rede über die Entwicklung der Olympischen Spiele. Dieser Saal trägt deshalb seinen Namen. 1934 erfolgte der Um- und Ausbau für die Olympischen Spiele 1936. Während der Spiele war hier das Haupt-Restaurant für die Olympiateilnehmer und Gäste. Das im Krieg teilweise zerstörte Restaurant, das inzwischen „Stadion-Terrassen” hieß, wurde 1956 in eine moderne Gaststätte umgebaut. Es war Tanz- und Ausflugslokal. Auch Senatsempfänge des Sports fanden hier statt. 1975 war Schluss. Die Schultheiss Brauerei konnte als Pächter das traditionsreiche Restaurant nicht mehr fortführen. Erst zehn Jahre später (1986) kehrte das Leben in die „Stadion-Terrassen” zurück: Nach zweijähriger Bauzeit mit Sanierung und Umbau wurde auf dem Gelände das „Haus des Sports” eingeweiht. Der Landessportbund und die Sportjugend Berlin mit ihrer Bildungsstätte zogen ein.

Das sei über 30 Jahre her. „Eine Renovierung und Erneuerung der Saalanlagen, u. a. des Beleuchtungssystems, waren dringend notwendig”, so Klaus Böger. Vor vier Jahren habe der LSB das neue Foyer im Haus des Sports mit Foto-Triptychen erfolgreicher Sportler eingeweiht: Jesse Owens, Natascha Keller, Martin Häner, Daniela Schulte. Daran sei nun angeknüpft worden.

Den neuen Saal schmücken jetzt ebenfalls Fotos von erfolgreichen Berliner Spitzenathleten. Vier der sechs Sportlerinnen und Sportler konnte Klaus Böger zur Vernissage begrüßen: Laura Vargas Koch, Shan Xiaona, Patrick Hausding und Andreas Kuffner.

Andreas Kuffner ist einer der erfolgreichsten Berliner Ruderer der jüngsten Zeit: mit dem Deutschlandachter 2011 Weltmeister, 2012 Olympiasieger, 2014 Europa- und Vizeweltmeister, 2016 noch einmal Europameister sowie Olympiazweiter. Parallel hat er an der Beuth-Hochschule im Fach Maschinenbau seinen Master als Wirtschaftsingenieur mit Auszeichnung abgelegt. Er hat inzwischen seine Karriere beendet.

Patrick Hausding ist ein überaus erfolgreicher Wasserspringer. Bei den Olympischen Spielen 2008 gewann er Silber im Synchronspringen vom 10-m-Turm. 2016 holte er Olympia-Bronze vom 3-m-Brett. In seiner Karriere gewann er außerdem den WM-Titel im Synchronspringen 2013 sowie zwischen 2008 und 2015 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen bei Europameisterschaften.

Leistungssportler brauchen die Unterstützung ihrer Familie. „Deshalb freue ich mich sehr, dass heute auch diejenigen gekommen sind, die ihnen in ihrer sportlichen Karriere eine große Stütze sind und waren”, so Klaus Böger. Shan Xiaona brachte ihren Mann mit, Laura Vargas Koch kam mit ihrer Mutter.

Die Sportler Marcus Groß, Doppel-Olympiasieger 2016 im Kanurennsport, und Bogenschützin Lisa Unruh, Silbermedaillengewinnerin ebenfalls bei den Olympischen Spielen 2016, konnten bei der Vernissage nicht dabei sein: Marcus Groß war im Trainingslager. Lisa Unruh startete bei der WM in den USA.

Neben den jungen aktiven Sportlern begrüßte Klaus Böger einen weiteren Ehrengast, dessen aktive Zeit länger zurückliegt: Helmut Recknagel: Helmut Recknagel war ein Idol und weit über die deutschen Grenzen hinaus. Er war der weltbeste Skispringer seiner Epoche, gewann alles, was es zu gewinnen gab. Er wurde 1960 erster Deutscher und erster Nichtskandinavische Olympiasieger im Skispringen. Er war Weltmeister 1960 und 1962, dreimal Gesamt-Sieger der Vierschanzen-Tournee. Bei der Eröffnungsfeier 1960 in Squaw Valley/USA trug er für die Gesamtdeutsche Mannschaft die Fahne ins Stadion. Nach der beispiellosen Sportkarriere studierte er Veterinärmedizin und promovierte als Tierarzt. 2011 wurde er in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.

„Ohne Trainer geht es nicht”, sagte Klaus Böger weiter. „Wir haben deshalb heute ebenfalls die Trainer der jungen Sportlerinnen und Sportler eingeladen, um ihnen Danke zu sagen.”. Er begrüßte Carsten von Leupoldt, den Trainer von Laura Vargas Koch, und Alexander Schmidt. Er war Trainer von Andreas Kuffner, der seine sportliche Karriere inzwischen beendet hat.

„Hinter erfolgreichen Sportlern stehen auch ein Verein und ein Verband, die den Nachwuchs fördern, bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen und für die Sportler da sind, wenn es mal nicht gut läuft”. Klaus Böger begrüße deshalb Verbands- und Vereinsvorsitzende: Michael Althoff, Präsident des Berliner Tisch-Tennis Verbandes, Alexander Boursanoff, Präsident des Schützenverbandes Berlin-Brandenburg, Karsten Finger, Vorsitzender des Landesruderverbandes (Er gewann 1992 in Barcelona die Silbermedaille im Vierer mit Steuermann), Johannes Meißner, Präsident des Judo-Verbandes Berlin, und Alexander Teichmann, Präsident des tischtennis club berlin eastside.

„Ohne den Architekten und den Vorsitzenden des LSB-Bauausschusses stünden wir heute nicht in dem neuen Saal.” Mit diesen Worten begrüßte er den Architekten Thomas Fleischer und den Vorsitzenden des Bauausschusses, Rainer Eder.

Vier der sechs Tür-Fotos sind von den bekannten Sportfotografen Jürgen Engler und Eberhard Thonfeld. Jürgen Engler feierte an diesem Tag seinen 70. Geburtstag und war deshalb nicht gekommen. Eberhard Thonfeld war an diesem Abend im Einsatz. Er hat den Kanuten Markus Groß und den Ruderer Andreas Kuffner fotografiert.

Höhepunkt der Vernissage war die Verleihung der LSB-Sportplakette. Klaus Böger verlieh die höchste Auszeichnung des LSB in Bronze an Laura Vargas Koch. In seiner Laudatio sagte er u. s.: „Beim Ersten Berliner Judo Club e.V. in Neukölln führte sie ihr Trainer Carsten von Leupoldt zu ersten großen Erfolgen, u. a. im Jahr 2011: U-23 Europameisterin und Silbermedaille bei der Universiade. Danach ging es auf der Erfolgsleiter weiter nach oben: Platz 3 bei den Judo-Europameisterschaften 2013, Vizeweltmeisterin 2013, Vizeeuropameisterin 2014 und 2015, Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Es war die einzige deutsche Olympische Medaille im Judo. Im November 2016 überreichte ihr Bundespräsident Joachim Gauck das Silberne Lorbeerblatt – die höchste staatliche Auszeichnung für sportliche Spitzenleistungen in Deutschland. Laura Vargas Koch ist ein Vorbild: Sie arbeitet an ihrer Dissertation im Bereich Mathematik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.”

Anschließend verlieh er die LSB-Sportplakette in Silber an Shan Xiaona. In der Laudatio hieß es u. a.: „Tischtennisspielerin Shan Xiaona hat in wenigen Jahren fast alles erreicht, was im Sport zu erreichen ist. 2013: Deutsche Meisterin im Einzel + Vize-Europameisterin im Doppel. 2014: 1. Platz bei den Europameisterschaften mit der Mannschaft + Deutsche Meisterin im Einzel und im Doppel. 2015: 1. Platz bei den Europameisterschaften mit der Mannschaft. 2016: Silbermedaille mit der Mannschaft bei den Olympischen Spielen Rio. Sie zeigt, wie man mit Kampfgeist zum Erfolg gelangt. Sie hasst es zu verlieren und sagt in einem Interview: 'Gewinnen finde ich nie langweilig. Ich will immer gewinnen.' Da ist sie beim ttc berlin eastside richtig. Mit der besten Mannschaft Europas wurde sie mehrfach Champions-League-Siegerin, Deutsche Meisterin und Deutsche Pokalsiegerin. Tischtennis ist hierzulande leider nicht so populär wie im Land ihrer Geburt - China. Aber jetzt schmückt ein überlebensgroßes Foto der erfolgreichen Frau vom ttc berlin eastside unseren Coubertinsaal.” Er wünschte ihr ebenso viel Erfolg bei ihrem Studium für Sports Humanities and Sociology an der UNI Shanghai.

Ein kurzer Film über die Vernissage ist hier zu sehen.

Fotos: Eberhard Thonfeld

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