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Dachse haben ihre Halle zurück

Am Bedeweg in Karow kann wieder Schul- und Vereinssport stattfinden

Die Karower Dachse und die Grundschule Am Hohen Feld haben ihre Sporthalle am Bedeweg wieder. Fast anderthalb Jahre war die Trainingsstätte für den Vereins- und Schulsport geschlossen. Erst waren dort rund 200 Flüchtlinge untergebracht. Dann erfolgt nach dem Freizug im Juli 2016 die Sanierung. Jetzt trafen sich die Nutzer bei einem Vor-Ort-Termin zur Rückgabe der Halle. Ein langersehnter und freudiger Moment.

„Die Halle wurde für insgesamt 240.000 Euro wieder instandgesetzt und sieht schöner aus als vorher”, berichtete Projektleiterin Marina Biedermann vom Bezirksamt Pankow. Der Hallenboden wurde geschliffen, ausgebessert, mit neuen Spielfeldmarkierungen versehen und dann versiegelt. Die Waschbecken in den Umkleiden wurden überarbeitet, die Spiegel zum Teil ausgetauscht, die Fliesen in den Duschen und die Filter der Lüftungsanlagen erneuert, Türen ausgewechselt. Alle Wände erhielten frische Farbe: Wo früher weiß und grau vorherrschte, leuchtet es jetzt blau, gelb und grün – jeder Umkleidebereich hat eine eigene Farbe. Neu sind auch die beiden überlebensgroßen Handball- und Fußball-Piktogramme, die den Eingangsbereich der Halle schmücken.

„Ab morgen findet hier wieder Schulsport statt”, freut sich Schulleiter Marian Imke. Die Sportgeräte müssen allerdings noch gewartet werden. Das kann aus Kapazitätsgründen noch einige Tage dauern, denn es gibt in Berlin nicht so viele Firmen auf diesem Gebiet. Auch die Karower Dachse bereiten den Wiedereinzug ihrer Trainingsgruppen in die Halle vor. Tischtennisplatten und viele andere große und sperrige Sportgeräte müssen zum Beispiel erst noch aus einem Hangar in Werneuchen zurückgeholt werden, wo sie Dank der Unterstützung eines Vereinsmitglieds zwischengelagert werden konnten.

Zugleich arbeitet Kirsten Ulrich, Vorsitzende des Sporttreffs Karower Dachse, an einem Plan für die Hallen-Zeiten von 70 Gruppen, denn in ihrem Verein ist vieles nicht mehr so, wie es vorher war: Die Beschlagnahmung der Halle hatte zu einer Austrittswelle geführt, die Basketball-Abteilung löste sich auf. Die Dachse haben nicht aufgegeben und viele neue Gruppen im Tanzsport, Reha-Bereich, Zirkel- und Krafttrainig ins Leben gerufen. Jetzt muss sich das Vereinsleben in der neuen Halle wieder einpegeln. „Das braucht ein bisschen Zeit”, sagt Kirsten Ulrich. Sie geht fest davon aus, dass ihr Verein weiterhin der einzige ist, der neben dem Schulsport die Halle nutzen kann: „Wenn wir Hallenzeiten verlieren würden, wären wir doppelt bestraft.”

Die Dachse haben wegen der Hallensituation über 30.000 Euro ihrer Rücklagen eingebüßt. Mieten für Ersatzstandorte und Lagerräume mussten bezahlt und Mitgliederverluste verkraftet werden. Deshalb sind sie dankbar für die vom Senat angekündigte Prämie in Höhe von 1000 Euro und weitere Zahlungen für jeden der betroffenen Vereine.

Von den sechs Sporthallen, die in Pankow als Notunterkünfte für Flüchtlinge genutzt wurden, werden in diesen Tagen vier Hallen dem Sport zurückgegeben. „Die anderen beiden folgen in Kürze, so dass in unserem Bezirk bis zum Schuljahresbeginn 2017/18 alle Hallen wieder dem Sport zur Verfügung stehen“, sagt Bezirksstadtrat Dr. Torsten Kühne.

Fotos: Jürgen Engler

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