Zweiter Tag der Freiwilligendienste im Sport in Berlin –
Freiwilligendienste Grundpfeiler des zivilgesellschaftlichen Generationenvertrags
Ausrichter des 2. Tages der Freiwilligendienste im Sport war in diesem Jahr die Sportjugend Berlin. Gemeinsam mit der Deutschen Sportjugend (dsj) präsentierte sie das Engagement der vielen jungen und älteren Menschen, die sich aktiv in einem Freiwilligendienst in der Kinder- und Jugendarbeit des Sports betätigen und mit dazu beitragen, das große Potenzial des Sports ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken.
In ihren Grußworten wiesen sowohl Peter Hanisch, Präsident des LSB Berlin, als auch Christian Schmidt, stellvertretender Vorsitzender der Sportjugend Berlin auf die Bedeutung der Freiwilligendienste als Grundpfeiler des zivilgesellschaftlichen Generationenvertrags für Deutschland hin.
Vorgestellt wurden die drei Formen des Freiwilligendienstes im Sport: das Freiwillige Soziale Jahr im Sport (FSJ), der Generationenübergreifende Freiwilligendienst (GüF) und der Europäische Freiwilligendienst (EFD).
Nachdem sich das FSJ im Sport seit seiner Einführung im Jahr 2002 mit nunmehr bundesweit über 1100 jungen Freiwilligen und allein 110 FSJlerinnen und FSJlern in Berlin zu einem Erfolgsmodell entwickelt hat, befindet sich der GüF noch in einer Modellphase. Christoph Linzbach vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bezeichnete diese Form des Dienstes als wertvolle Form des Lernens über Generationen hinweg. Auch die Referentin der Deutschen Sportjugend, Heike Hülse, unterstrich in ihrem Vortrag die Bedeutung des Modellprojekts: so seien Menschen in Übergangsphasen wie bspw. Arbeitslose nachweislich eine neue Zielgruppe für diese Art von freiwilligem Engagement.
Den Alltag eines Freiwilligen präsentierte eindrucksvoll ein junger Italiener, der an seinen EFD ein FSJ im Sport gehängt hat und seit einigen Monaten bei den Weddinger Wieseln tätig ist: u.a. als Co-Trainer beim Basketball, Betreuer im vereinseigenen Jugendclub, Hallenwart und Bürokraft. Damit ist Diego Diana das Paradebeispiel eines Freiwilligen, der dazu beiträgt, die Angebotsstrukturen „seines“ Vereins zu erhalten und sogar zu erweitern. Bedenkt man weiter, dass viele Freiwillige nach ihrem Dienst den ehrenamtlichen Strukturen des Vereins erhalten bleiben, kann man diesen mit Fug und Recht als eine wichtige Stütze des ehrenamtlichen Engagements im Sport bezeichnen.
Dies bestätigten auch die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion zum Thema. Daran beteiligten sich neben dem Vorsitzenden der Deutschen Sportjugend, Ingo Weiss und dem Referent Jugend des LSB Berlin, Dr. Heiner Brandi auch die Staatssekretärin Monika Helbig, Bevollmächtigte beim Bund und Europabeauftragte des Landes Berlin sowie Berliner Beauftragte für Bürgerschaftliches Engagement, und Dr. Martin Schenkel, Vertreter des BMFSFJ.
Staatssekretärin Helbig lobte das FSJ als tragende Säule des bürgerschaftlichen Engagements und hob die große Anzahl Freiwilliger im Sport hervor. Schenkel unterstrich den Willen seines Ministeriums, die Freiwilligendienste weiter auszubauen. Auf Sorgen der Vertreter aus dem Sport, der Aufbau neuer Stellen könne durch veränderte Rahmenbedingungen erschwert oder gar verhindert werden, reagierte er mit der Aussage, es herrsche seitens seines Ministeriums der Wille, die Freiwilligendienste weiter auszubauen.
In seinem Schlusswort dankte Ingo Weiss der Politik, die mit einer Gesetzesänderung 2002 das FSJ in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und somit in der Jugendarbeit des Sports ermöglicht und damit den Startschuss für ein erfolgreiches Projekt gegeben hatte. Sein Dank galt auch den vielen Freiwilligen, von denen sich nach Ende ihrer Dienstzeit bis zu 70% weiter engagieren. Seine Absicht, den Freiwilligendienst weiter auszubauen, unterstrich er augenzwinkernd mit der Aussage, der DOSB habe 89.000 Vereine. Wenn zum 10. Jubiläum der Einführung der Freiwilligendienste jeder Verein im Durchschnitt 2 Freiwillige habe, könne man zufrieden sein.
Am Nachmittag präsentierten dann im Rahmen eines Marktes der Möglichkeiten FSJlerinnen und FSJler ihre Arbeit: Anne Sachtler von der Eiskunstlaufabteilung des SC Berlin zeigte mit ihren Eislaufkids aus der Werner-Seelenbinder-Schule und dem Sportkindergarten Berkenbrücker Steig eine wunderschöne Bühnenshow. Außerdem präsentierten sich die Judoka des SC Charis und Isabelle Miels mit ihren Volleyball-Mädchen von den Reinickendorfer Füchsen.







