Die Meisten bewegen sich und treiben Sport, weil es Ihnen Spaß macht. Das wird auch so bleiben. Wenn dabei auch das Gesundheit und Wohlbefinden verbessert werden, ist das eine zusätzliche Motivation.
Ärzte und Sportvereine sind daher Partner. Beide setzen sich für das Wohlbefinden der Menschen (Patient oder Sportvereinsmitglied) ein.
Die Zusammenarbeit von Ärzten und Sportvereinen blickt in Berlin auf eine Jahrzehnte lange Tradition zurück. Bereits Ende der 60er begannen die erste Herzsportgruppen mit frisch operierten Infarkpatienten „Sport zu treiben“; heute eine Normalität in mittlerweile regelmäßig über 450 Herzgruppen der Berliner Sportvereine.
Die „Wirbelsäulen-Gruppen“ seit Mitte der 80er sind sicher vielen bekannt; mittlerweile nahezu in jedem der 2000 Berliner Sportvereine zu finden.
Sport für andere spezielle Patienten-Gruppen (Diabetiker, Bluthochdruckpatienten etc.) sind dagegen nur schwer entstanden, weil nicht genügend Teilnehmer mit ähnlichem „Leidensdruck“ organisatorisch zusammengefasst werden konnten. Diese Patienten schließen sich dank medizinischen Fortschritts (Medikamente, Therapie, Patientenaufklärung) mittlerweile selbständig bestehenden Gruppen an – gut so!
Gesundheitsaspekte gewinnen vor dem Hintergrund der aktuellen demographischen und gesundheitlichen Entwicklung unserer Gesellschaft ständig an Bedeutung. Deshalb werden immer öfter Ärzte von ihren Patienten nach Ratschlägen für Gesundheitsvorsorge (Prävention) und Rehabilitation durch Bewegung gefragt.
Mit Blick auf diese Situation haben die Berliner Ärztekammer, die Kassenärztliche Vereinigung Berlin, der Berliner Sportärztebund und der LSB Berlin eine Kampagne „Berlin komm(t) auf die Beine“ etabliert, in der inzwischen über 1000 niedergelassene Berliner Arztpraxen mitmachen.
Basis dieser Zusammenarbeit bildet die Qualität besonders hochwertiger von Bundesärztekammer und Deutschem Olympischen Sport zertifizierter Vereinsangebote (SPORT PRO GESUNDHEIT).
Von den o.g. 1000 Arztpraxen (und zigtausend Patienten) haben wir bisher noch keine einzige Rückmeldung über ungesunde oder gar schädliche Auswirkungen von Bewegung und Sport gehört. Im Gegenteil: Die gesundheitlichen Wirkungen von Bewegung sind tagtäglich nachzulesen.
Das Engagement der Ärzteschaft
Die Ärzte können Menschen mit einem bewegungsarmen Lebensstil sowohl beim "CheckUp 35" ansprechen, aber auch, wenn sie Krankheiten und Risikofaktoren feststellen, die durch gezielte Bewegungsprogramme reduziert oder beseitigt werden können.
Das Vertrauensverhältnis zwischen Ärzten und ihren Patienten und Patientinnen ist eine hervorragende Voraussetzung dafür, dass die Empfehlungen ernst genommen werden.
Der Deutsche Olympische Sportbund hat in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer ein Qualitätssiegel entwickelt, mit dem sich der Sport verpflichtet, die hohe Qualität seiner Gesundheitsangebote vor Ort in den Vereinen nach gemeinsamen verbindlichen Grundsätzen sicherzustellen.
Die Ärzte können somit ihren Patienten und Patientinnen ganz kronkrete Angebote machen und ihnen genau sagen, wann und wo ein Kurs stattfindet und was Patienten dort erwartet. Bisher konnten Ärzte in der Regel nur pauschal empfehlen, sich mehr zu bewegen. Aus den Verhaltenswissenschaften ist bekannt, dass konkrete Hinweise auf Angebote, die einfach zu erreichen und kostengünstig sind, die tatsächliche Teilnahme enorm fördern.
Die Bundesärztekammer als Vertreterin der niedergelassenen Ärzte wies darauf hin, dass gerade Ärztinnen und Ärzte besonders gut daran mitwirken können. Immerhin gehen 90 % der Bevölkerung aller Schichten mindestens einmal im Jahr zu ihrem Arzt, viele Menschen häufiger.

