- Breitensportförderung ist Vereinsentwicklung. Breitensport bedarf gesellschaftlicher Ressourcen, intakter Sportstätten und intelligenter Nutzungskonzepte. Infolge immer komplexer werdender sportpolitischer Anforderungen an die Sportvereine gehört die aktive Netzwerkbildung für alle Aufgabenfelder zu den zentralen Herausforderungen. Dazu gehören innerhalb des Landessportbundes und im Umgang mit den Mitgliedsorganisationen und Sportvereinen neuer Formen der Zusammenarbeit (z.B. Sportvereine und Senioreneinrichtungen, Sportvereine und Ärzte), Ressortübergreifende und gemeinsame Projekte der Landesausschüsse, Gründung einer referatsübergreifenden Arbeitsgruppe zum Kinder- und Jugendsport, gemeinsame Anstrengungen zur Mitgliedergewinnung, speziell auch für Frauen und Familien, zur stärkeren Vereinsbindung von Senioren in allen Altersgruppen, zur Eingliederung neuer Trendsportarten, zur Erhebung zeitgemäßer und sozial unterschiedlicher Vereinsbeiträge und zum „Halten“ von Austrittsgefährdeten oder Unzufriedenen.
- Nach der klassischen langjährigen Vereinsbindung wurde über den „Zweiten Weg“ des Sport in den letzten 30 Jahren die kurzfristige und angebotsbezogene Bindung an den Verein in Kurs-Systemen erfolgreich propagiert. Dadurch wurden viele sportlich Aktive ohne bisherige Vereinsbindung in den Sportbetrieb integriert. Mittlerweile gewinnen die sozialen Aspekte der freiwilligen Mitarbeit in Sportvereinen immer mehr an Attraktivität (‚Bürgerschaftliches Engagement’). Dies erfordert einen neuen Weg: Zeitlich unbefristete Bindung an den Verein, aber mit komfortablen kurzfristigen Kündigungsmöglichkeiten der Sportangebote.
- Der Landessportbund opotimiert seine Förderungsprogramme ständig und hat längst vom "Gießkannenprinzi" Abstand genommen. Beispielhafte Modelle des Breiten- und Freizeitsports werden vom Landessportbund gezielt finanziell unterstützt und den Mitgliedsorganisationen durch Publikationen und Präsentationen vorgestellt. Förderungsmaßstab derartiger Modelle sind die Eigenleistungen und Innovationsfähigkeit der Antragsteller und die für den Sport insgesamt zu erzielende Win-Win-Situation. Zunehmend treten kommerzielle Sportanbieter mit vereinsähnlichen Strukturen und Mitgliedsbeiträgen im Wettbewerb zu gemeinnützigen Sportvereinen in Erscheinung. Zur Weiterentwicklung des Vereinssports wird deshalb die Gründung von ‚neuen Sportvereinen’ unterstützt, auch wenn diese Ableger kommerzieller Anbieter sind. Voraussetzung: Gemeinnützigkeit und Erfüllung der Kernkriterien aller Sportvereine (Sportvereine von Ärztezentren und Kliniken, Fitnessstudios und Wellnesszentren, Reit-, Tanz-, Kampfsportschulen u.ä.).
- Ausgründungen von im Breiten- und Freizeitsport tätigen Wohlfahrtsverbänden, Kultur- und Jugendhilfeträgern in Form von eigenen Sportvereinen (z.B. DRK, Volkssolidarität, BBJ Consult, Kirchen, Pfefferberg, Kiez für Kids, SpoK u.ä.).
- Zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch im Breiten- und Freizeitsport gründet der Landessportbund ein Forum der „Kümmerer und Macher“ aus dem Kreis der Haupt- und Ehrenamtlichen auf LSB-, Verbands- und Vereinsebene.
- Leistungen und Erfolge, Probleme und Trends werden in der bisher unregelmäßig vom Landessportbund einberufenen „Landeskonferenz Breitensport“ diskutiert und dokumentiert.
© Landessportbund Berlin, 2008
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