Hanisch: “Hertha muss Bodenhaftung bewahren“
Landessportbund sähe Neubaupläne des Fußball-Erstligisten kritisch
LSB-Präsident Peter Hanisch hat Bedenken gegen die Errichtung eines eigenen Stadions durch Hertha BSC geäußert: “Ein Versprechen, auf eigene Kosten des Vereins zu bauen, wäre kaum zu halten“, so Hanisch. Bei solchen Projekten komme es auf die Details an. Allein für die Infrastruktur-Investitionen bei den in Rede stehenden neuen Standorten müssten Beträge weit oberhalb von 100 Millionen Euro angesetzt werden. Die öffentliche Hand in Berlin könne dafür nicht einspringen. “Wenn derzeit bereits laut darüber nachgedacht wird, Bundesliga-Vereinen die Polizeieinsätze beim Spiel zu berechnen, gibt es weder Anlass noch Grundlage für Mitfinanzierungswünsche an die Landesregierung“, sagte der Sportbund-Präsident. Der LSB halte das Olympiastadion für einen herausragenden Bundesliga-Standort, der eben erst auf Kosten der Steuerzahler für eine Viertelmilliarde Euro zu einer der schönsten Sportarenen Europas umgebaut worden ist. Verkehrsanbindung und Sicherheitsstandard seien einmalig. Schon der Respekt vor dem Geld der Bürger verbiete eigentlich alle Neubau-Gedankenspiele. Dem Bundesligisten empfiehlt der LSB-Chef, auch bei einem ordentlichen Mittelplatz in der Tabelle erst einmal Bodenhaftung zu wahren. In einer Zeit rapide wachsender wirtschaftlicher Probleme müsse sich staatliche Förderung auf den Amateursport konzentrieren.
(Ursprungsfassung v. 18.9.2008)

