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Fußball ohne Randale

Fan-Projekt Berlin leistet präventive Jugendarbeit -
finanziert von der LOTTO-Stiftung

Die grillen wir!“ Wenn junge Fußballfans diesen Satz grölen, sind sie oft auf Krawalle mit Anhängern gegnerischer Clubs aus. Nicht so bei jenem Turnier, das das „Fan-Projekt Berlin“ einmal im Jahr in der Jungfernheide veranstaltet. Vor jedem DFB-Pokalfinale laden die Macher rund 500 jugendliche Fans von Erst- und Zweitligaclubs aus ganz Deutschland in die Hauptstadt ein. In der Sportanlage Jungfernheide stellen die 16- bis 24-Jährigen Zelte auf, spielen gegeneinander Fußball und - grillen statt gegnerischer Fans Würstchen und Steaks.

 

„Im direkten Umgang miteinander lernen die jungen Menschen, dass Begeisterung für den eigenen Verein keineswegs Hass auf die Anhänger anderer Clubs bedeuten muss“, sagt Dr. Heiner Brandi, Jugendreferent des Landessportbundes Berlin und Koordinator des Fan-Projekts. Solche Kontakte zu ermöglichen, sei jedoch nur eine der Aufgaben seines Teams. Eine weitere heißt unter Fachleuten „aufsuchende Jugendarbeit“. Das bedeutet: Die vier fest angestellten Sozialarbeiter des Fan-Projekts gehen dorthin, wo sich potenziell gewaltbereite Fußballfans versammeln. Sie begleiten die Jugendlichen zu Auswärts spielen. Sie sitzen im heimischen Stadion neben ihnen. Und sie unterstützen die Jugendlichen bei der Suche nach Räumen, in denen sie einander treffen können.

 

„Unser Ziel ist es, brenzlige Situationen schon zu entschärfen, bevor sie entstehen“, erläutert Heiner Brandi. „Die Sozialarbeiter schlichten Streit und drohen wenn nötig auch mit Konsequenzen.“ Für den nötigen Nachdruck sorge zum einen das Vertrauen, das sich das Fan-Projekt seit seiner Gründung 1990 erarbeitet hat, und zum anderen ein guter Draht zur Polizei. „Wir haben es über die Jahre geschafft, dass uns die Beamten als Partner wahrnehmen. Sie sehen, dass präventive Sozialarbeit ihnen bei der Arbeit hilft.“ Dennoch sei klar: Ist die Bierflasche erst einmal in Richtung gegnerischer Fanblock geworfen, endet die Arbeit der Sozialarbeiter. Dann übernimmt die Polizei.

 

LOTTO-Gelder gegen Gewalt
So einfach das Konzept ist - das Fan-Projekt Berlin braucht Geld, um es zu verwirklichen. Finanzielle Hilfe kommt von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Diese Institution unterstützt Projekte, die im sozialen, karitativen, dem Umweltschutz dienlichen, kulturellen, staatsbürgerlichen, jugendfördernden und sportlichen Bereich angesiedelt sind. 250.000 Euro überweist die Stiftung jedes Jahr an das Fan-Projekt. Das ist Geld, das sie aus den Einnahmen der Deutschen Klassenlotterie Berlin erhält - und damit von den Berlinerinnen und Berlinern. „Wer in einem Berliner LOTTO-Laden ein Los oder ein anderes Produkt von LOTTO Berlin erstanden hat, leistete damit einen Beitrag zur Lebendigkeit und kulturellen Vielfalt unserer Stadt“, erläutert Hans-Georg Wieck, Vorstandsmitglied der Stiftung. Denn ein Teil des Einsatzes sei an die LOTTO-Stiftung gegangen.

 

Die Mittel für das Fan-Projekt Berlin findet Hans-Georg Wieck bestens angelegt. Überall in Deutschland trügen Sozialarbeiter dazu bei, die Jugendgewalt im Stadion einzudämmen. Das habe auch die Innenministerkonferenz anerkannt. „Berlin braucht sein Fan-Projekt“, sagt der Stiftungsvorstand „Und wir sind stolz, seine Arbeit zu fördern.“







Entspannt beisammen: junge Anhänger gegnerische Fußballvereine bei einem Turnier in der Jungfernheide

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