Gewalt gegen Frauen - nicht bei uns

Kampfsportverbände boten Schnupperkurse an

Gewalt gegen Frauen ist auch für den Sport ein Thema. Und da gilt, so Ilse Ridder-Melchers, Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung im DOSB: „Null-Toleranz in Sport und Gesellschaft!“ Der Sport könne wirkungsvolle Hilfe bei der Gewaltprävention leisten und für Frauen und Mädchen Chancen eröffnen: „Sport stärkt das Selbstbewusstsein und die Durchsetzungsfähigkeit. Selbstbehauptung und Selbstverteidigung können helfen, sich gegen Übergriffe zur Wehr zu setzen.“ Die Kampfsportverbände Aikido, Judo, Ju-Jutsu, Karate und Taekwondo haben ihre Vereine zum Internationalen Frauentag dazu aufgerufen, Schnupperkurse für Frauen und Mädchen anzubieten. Bundesweit machten weit über 100 Vereine mit und setzen damit ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen.  

An der Auftaktveranstaltung in Berlin nahm fast die geballte Frauenpower des Bundeskabinetts aktiv teil. Die Bundesministerinnen Ursula von der Leyen, Ulla Schmidt, Heidemarie Wieczorek-Zeul und Brigitte Zypries sowie Staatsministerin Maria Böhmer stellten auf der Bühne in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom AG, die die Aktion auch fördert, einen Patenschaftsverein aus ihrer Heimatregion vor. Diese Vereine haben neben den bekannteren Kampfsportarten für Frauen auch Exotisches im Programm: zum Beispiel das artistische, aus Brasilien stammende Capoeira, Thai Boxen, japanisches Kendo mit Stöcken oder Kyjudo, eine Mischung aus verschiedenen Selbstverteidigungsformen. Bundesfamilienministerin von der Leyen bekräftigte den wichtigen Beitrag, den die Kampfsportvereine durch ihre Arbeit vor Ort leisteten. „Wir dürfen uns mit Gewalt in keiner Form abfinden und brauchen starke und selbstbewusste Frauen. Ich wünsche mir deshalb, dass viele Frauen und Mädchen durch die Initiative `Gewalt gegen Frauen – nicht bei uns!´ an Kursen in Selbstbehauptung und Selbstverteidigung teilnehmen.“


© Landessportbund Berlin, 2008
Artikel drucken